AGES-Newsletter 05/10 - 01.04.2010
- AGES informiert über Produktrückrufe aufgrund von Salmonellen
- Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) informiert
- Jahresbericht 2009 zur gesamtheitlichen Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes in Österreich
- Aktuelle Veranstaltungen
- Weitere Informationen
- Newsletter des BAES
- Newsletter der AGES PharmMed
AGES informiert über Produktrückrufe aufgrund von Salmonellen
Die AGES informiert über zwei Produktrückrufe aufgrund von Salmonellen: Das Teleshopping-Unternehmen QVC hat am 27.3.2010 eine Rückrufaktion des Produktes „Woman-Aktiv“ des Herstellers Natura Vitalis eingeleitet. Vorausgegangen war eine Warnung des Landesamtes für Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, wonach fünf Chargen des Produktes mit Salmonellen belastet sein können. AIA teilte am 30.3.2010 mit, dass in einer Produktionscharge des Produktes "Bon Roll mit Spinat", 750 Gramm, einem rohen Geflügel-Hackbraten-Artikel mit Spinat, das Vorhandensein von Salmonellen nachgewiesen wurde.
Salmonellen sind Bakterien, die sowohl Tiere als auch Menschen betreffen können. Die Übertragung auf den Mensch erfolgt durch den Konsum von kontaminierten Lebensmitteln tierischer Herkunft sowie durch indirekten Kontakt (z.B. durch verunreinigte Umgebung). Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet. Als gesicherte Keimabtötung gilt ein Erhitzen auf über 70° C für mindestens 15 Sekunden.
Bei älteren Personen kann die als Salmonellose bezeichnete Erkrankung durch hohen Flüssigkeitsverlust und damit verbundener Kreislaufbelastung rasch zu einem lebensbedrohenden Zustand führen. Besonders gefährdet sind neben älteren Personen vor allem Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Symptome sind: Übelkeit, Durchfall, Fieber, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden und Bauchkrämpfe. Oft kommt ein leichter oder symptomloser Verlauf vor, der u. a. auch von der aufgenommenen Keimzahl abhängig ist. Die Symptome dauern in der Regel nur wenige Stunden oder Tage an. Meistens ist eine Therapie, die den Wasser- und Elektrolythaushalt ausgleicht, ausreichend.
Umfangreiche Informationen zu Salmonellen finden sie hier.
Mehr Produktrückrufe und Lebensmittelwarnungen finden Sie hier.
Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) informiert
Die Schluckimpfung Rotarix ist zurzeit mit nicht krankheitserregenden Virusteilen verunreinigt. Die Auslieferung des Impfstoffs im Rahmen des Kinderimpfkonzeptes wird bis zur weiteren Klärung vorerst für ungefähr sechs Wochen ab 31.03.2010 eingestellt.
Erste Überprüfungen der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA bestätigen weiterhin das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis des Impfstoffes, da das Virus keine Krankheiten bei Mensch und Tier auslöst oder zu Infektionen beim Menschen führt. Es wurden auch keine Sicherheitssignale mit dem Impfstoff berichtet, die Rückschlüsse auf eine mögliche Gefährdung für Patienten zuließen. Als nationale Arzneimittelbehörde trägt das BASG/AGES PharmMed den Beschluss der EMA prinzipiell mit. Als Sofortmaßnahme hat der Zulassungsinhaber GSK Österreich gemeinsam mit dem BASG/AGES PharmMed beschlossen, die Auslieferung des Impfstoffs Rotarix im Rahmen des Kinderimpfkonzeptes bis zur weiteren Klärung vorerst für ungefähr sechs Wochen ab 31.03.2010 einzustellen.
Jahresbericht 2009 zur gesamtheitlichen Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes in Österreich
Nach dem starken Befallsjahr 2007 trat 2008 und 2009 vergleichsweise wenig Feuerbrand auf, was vor allem auf für den Erreger ungünstige Witterungsbedingungen zur Blütezeit zurückzuführen ist. Bei Kernobst wurden sowohl in Intensivanlagen als auch bei Hochstammbäumen 2009 in den meisten Gebieten deutlich geringere Schäden als im Jahr davor verzeichnet.
Der Streuobstbau war 2009 wieder in allen Regionen betroffen. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass aufgrund der schwierigen Bekämpfung und der Unberechenbarkeit des Feuerbranderregers dieser 2010 wieder verstärkt auftritt. Alle unsanierten Befallsherde an Wildpflanzen, Obstbäumen und Zierpflanzen können Ausgangspunkte für neue Infektionen darstellen.
Neben den allgemeinen Maßnahmen zur Feuerbrandbekämpfung wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur direkten Bekämpfung daher auch heuer weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Für das Jahr 2010 hat das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) am 26. März die Gefahr-in-Verzug-Zulassungen für zwei streptomycinhaltige Pflanzenschutzmittel erteilt. Es werden gemäß Feuerbrandstrategie alle Anstrengungen unternommen, von einer Streptomycin-Anwendung abzusehen. Die Prüfung möglicher Alternativen zu Streptomycin wird fortgesetzt.
Die konkrete Umsetzung der in der „Gesamtheitlichen Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes in Österreich 2009-2013“ aufgeführten Aktionen zur Umsetzung der Maßnahmen wird 2010 weitergeführt. Neue Themen wie die Verbesserung des Erfahrungsaustausches über Warnmodelle, Informationen zu Feuerbrandanfälligkeiten von Obstsorten, die Anpassung der landesrechtlichen Regelungen der Wanderbeschränkungen für Bienen und die Durchführung von Versuchen mit Bio-tauglichen Präparaten sind geplant.
Aktuelle Veranstaltungen
15.04.2010 - Wien
Pressekonferenz „Gemeinsam gegen Arzneimittelfälschungen“ mit HBM Stöger
Gemeinsam mit Gesundheitsminister Alois Stöger und hochrangigen Vertretern von Apothekerkammer, Arbeiterkammer und Pharmig informiert die AGES PharmMed am 15.04.2010 über die Vorsorgemaßnahmen im Kampf gegen illegale Arzneimittel.
Der Informationsschwerpunkt der österreichischen Arzneimittelagentur AGES PharmMed und des Bundesministeriums für Gesundheit soll die potenziellen Risiken aufzeigen, die von einem Arzneimittelkauf im Internet ausgehen. Immerhin sind rund 95 Prozent der im Netz vertriebenen Arzneimittel Fälschungen oder Substandard. Im Rahmen der Pressekonferenz wird auf die diesbezügliche Aufklärungskampagne hingewiesen, die unter anderem einen Informationstag mit Vorträgen, Laborführungen, Demonstrationen uvm. vorsieht, um die Bevölkerung für die Gefahren zu sensibilisieren. Die neuesten Zahlen, Daten und Fakten zu Arzneimittelfälschungen und -kriminalität sowie die Vorsorgemaßnahmen der Pharmaindustrie werden ebenso vorgestellt wie die Qualitätssicherung der Arzneimittel in österreichischen Apotheken.
Ihre Gesprächspartner:
Alois Stöger, Bundesminister für Gesundheit
Univ.-Prof. Dr. Marcus Müllner, Leiter AGES PharmMed
DDr. Alexander Hönel, Leiter Medizinmarktüberwachung AGES PharmMed
Dr. Andreas Mayrhofer, OMCL, AGES PharmMed
Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär Pharmig
Mag. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen
Apothekerkammer
Mag. Harald Glatz, Arbeiterkammer, Leiter Konsumentenschutz
Datum: 15.04.2010, um 09:30 Uhr
Ort: OMCL AGES PharmMed, Zimmermanngasse 3, 1090 Wien
Um Ihre Anmeldung per E-Mail unter presse@ages.at wird gebeten!
Weiterführende Informationen:
Pressemappe der AGES PharmMed zu Arzneimittelfälschungen und -kriminalität
22./23.04.2010 - Wien
Internationaler Arzneimittelfälschungskongress
Internationale Sprecher/-innen beleuchten die Aktivitäten im Kampf gegen die Arzneimittelkriminalität. Zusätzlich veranschaulicht ein Aussteller-Bereich die Thematik und die Maßnahmen, die gegen Arzneimittelfälschungen gesetzt werden.
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit