ERSTELLT: 29.07.2011

Vermehrte Minderqualitäten bei Weizen durch Steinbrand

Nachdem in einigen Regionen Ostösterreichs die Weizenernte weit fortgeschritten ist bzw. vor den Niederschlägen der letzte Woche voll im Gange war, zeichnen sich auch erste Tendenzen im Hinblick auf den Befall der Ernteware mit Weizensteinbrand (Tilletia caries/Tilletia foetida) ab.

Die bis dato erhobenen Rückmeldungen lassen auf eine weiter ansteigende Ausbreitung des Erregers schließen, die vorläufigen Schätzungen liegen momentan bei einem 2-3 fach gesteigertem Ausmaß „brandiger“ Ernteware. Derartige brandige Ernteware, die einen merkbaren Fischgeruch aufweist, wird nicht für Konsumzwecke übernommen und muß entweder einer kostspieligen Waschung unterzogen werden oder wird anderen minderwertigen Verwendungszwecken zugeführt.

Erkrankte Pflanzen bilden anstelle von normalen Weizenkörnern sogenannte Brandbutten aus, die im Zuge des Druschvorgangs teilweise aufgeschlagen werden und dadurch einen üblen Fischgeruch verbreiten. Zudem wird bei sehr intensivem Befall eine toxische Wirkung nicht ausgeschlossen.

Neben der Verwendung von minderqualitativem Saatgut scheinen in der diesjährigen Vegetationsperiode auch Übertragungen von Pilzsporen aus verseuchten Böden für befallene Bestände verantwortlich sein.

Bei dem in Österreich, insbesondere in raueren Lagen ebenfalls auftretenden Zwergsteinbrand (Tilletia controversa) lassen sich momentan noch keine gesicherten Rückschlüsse auf das Befallsauftreten machen, da die Ernte in diesen Regionen noch weitgehend aussteht. Rückmeldungen aus Bayern und auch einigen Befallsregionen Österreichs bestätigen aber das Vorfinden von infizierten Pflanzen in den befallsgefährdeten Kulturarten (Winterweizen, Winterdinkel, ev. auch Winterroggen und Wintertriticale).

Für weitere Fragen zum Erreger und zur Befallsvermeidung steht die
AGES – Institut für Saatgut zur Verfügung:
050 555 -34811
manfred.weinhappel@ages.at

Manfred Weinhappel

Institut: Institut für Saat- und Pflanzgut, Phytosanität, Bienen
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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