Fachbereich Umweltverhalten

Der Fachbereich Umweltverhalten beschäftigt sich mit dem Verbleib und Verhalten eines Pflanzenschutzmittels und dessen Abbauprodukte in den Umweltbereichen Boden, Wasser und Luft. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Umweltverhalten eines Pflanzenschutzmittels vielfältigen biologischen und chemischen Abbauprozessen unterliegt. Grundsätzlich verhalten sich Pflanzenschutzmittel sehr unterschiedlich: Sie können versickern, abgeschwemmt oder verlagert werden oder persistent sein, d.h. sie binden sich an Bodenbestanteile und verbleiben längerfristig im Boden oder in Sedimenten von Gewässern.

Ziel der Überprüfung ist es festzustellen, wie lange ein Pflanzenschutzmittel in der Umwelt verbleibt, welche Abbauprodukte entstehen und welchen Mengen dieser Produkte im Boden, Oberflächenwasser, Grundwasser oder Gewässersedimenten bei sachgerechter Anwendung zu erwarten sind.

Zur Beurteilung des Umweltverhaltens werden in standardisierten Labor- und Freilandversuchen „Halbwertzeiten“ und andere charakteristische Eigenschaften eines Pflanzenschutzmittels und dessen Abbauprodukte ermittelt. Die Halbwertzeit (DT50) bezeichnet die Zeitspanne, in welcher die Konzentration Pflanzenschutzmittels in der Umwelt auf die Hälfte seiner ursprünglichen Konzentration abgesunken ist. Diese Abbauzeiten sind eine Grundlage für die Berechnung der Umweltkonzentration und dienen der Abschätzung, ob ein Stoff leicht abgebaut wird oder persistent ist.

Ein weiterer Aspekt der Überprüfung ist die Beurteilung des Versickerungspotentials, d.h. der Transport von Pflanzenschutzmitteln aus dem Boden in das Grundwasser. Ungünstige Wirkstoffeigenschaften (hohe Wasserlöslichkeit, geringe Bindung an den Bodenkörper, lange Halbwertszeit) in Kombination mit hohen Niederschlägen und durchlässigen Bodentypen können zu unerwünschten Einträgen in das Grundwasser führen. Für Pflanzenschutzmittel­rückstände im Grundwasser, das häufig auch zur Trinkwasserzubereitung herangezogen wird, gilt ein Grenzwert von 0.1 µg/L (in Summe 0.5 µg/L). Die Qualität des Grundwassers und der Flüsse wird in Österreich seit 1991 regelmäßig überprüft. Im Rahmen dieser Untersuchungen werden auch wichtige Pflanzenschutzmittelwirkstoffe mengenmäßig erfasst. Die Ergebnisse sind im österreichischen Wassergütebericht abrufbar.

 

Institut für Pflanzenschutzmittel

Institut: Institut für Pflanzenschutzmittel
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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