ERSTELLT: 07.12.2010

Einsatz von Streptomycin zur Bekämpfung der Pflanzenseuche Feuerbrand im Jahr 2010

Das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) erteilte für den Zeitraum 26.03.2010 bis 15.06.2010 Gefahr-im-Verzug-Zulassungen für die streptomycinhaltigen Pflanzenschutzmittel "Strepto" und "Firewall 17 WP". Der Streptomycin-Einsatz als Gefahr-im-Verzug-Maßnahme in der bestehenden Bekämpfungsstrategie war dabei an strengste risikomindernde Auflagen geknüpft und wurde, wie bereits in den Vorjahren, durch umfassende Monitoringmaßnahmen begleitet.

Die restriktiven Auflagen für Zulassungsinhaber und Verwender, die umfassenden Überwachungsmaßnahmen des BAES sowie die Maßnahmen und Verpflichtungen der Bundesländer blieben auch für die Saison 2010 unverändert: Der Einsatz von Streptomycin kam demnach nur bei akuter Gefahr in von den zuständigen Landesbehörden festgelegten, geografisch abgegrenzten Gebieten in der Kernobst-Intensivproduktion in Frage und war auch dort nur als ergänzende Maßnahme im Rahmen einer gesamtheitlichen Bekämpfungsstrategie vorgesehen. Behandlungen der Obstkulturen durften außerdem nur nach einer wissenschaftsbasierten Warnmeldung zum Auftreten der Pflanzenseuche und nach Freigabe durch die zuständige Landesbehörde vorgenommen werden. Im Rahmen der Anwendung mussten Mindestabstände zu Gewässern und Wohngebäuden eingehalten werden. Die Obstbauern erhielten das Antibiotikum nur gegen Vorlage eines Berechtigungsscheines, der auch die maximal zu beziehende Produktmenge festlegte. Die Anzahl der maximal zulässigen Anwendungen war, wie bereits im Vorjahr, auf zwei reduziert. Weiters erfolgte eine Differenzierung und damit weitere Reduzierung der Aufwandmengen dahingehend, dass auch das Alter der Kernobstanlage Berücksichtigung fand, d. h. es wurden reduzierte Aufwandmengen für Junganlagen vorgeschrieben.

Insgesamt wurden im Frühjahr 2010 373,1 ha Kernobstfläche mit insgesamt 218,3 kg streptomycinhältigen Pflanzenschutzmitteln behandelt (entspricht etwa 5,8 % der Kernobstfläche). Auf 98,3 % der behandelten Flächen wurde mit einer einmaligen Applikation das Auslangen gefunden. Damit hat sich die unter der Federführung der AGES erarbeitete „Gesamtheitliche Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes 2009-2013 in Österreich“, die ein umfassendes Vorgehen gegen diese Pflanzenseuche vorsieht, auch im Hinblick auf den restriktiven und zielgerichteten Einsatz von Streptomycin wiederum bestens bewährt. Dies wird auch durch den Umstand untermauert, dass im Zuge des begleitenden Obstmonitorings keine Rückstände von Streptomycin in den Ernteprodukten feststellbar waren. Ergänzend erfolgte auf Länderebene wie bereits im Vorjahr ein umfassendes Honigmonitoring, sodass auch hier die Rückstandsfreiheit des verkauften Honigs gewährleistet werden konnte.

Ziel war und bleibt es, unter Wahrung des Gesundheits- und Umweltschutzes, diesen den Kernobstbau bedrohenden Quarantäneschaderreger bestmöglich zu bekämpfen und dessen Ausbreitung zu verhindern.

Weitere Informationen zum Feuerbrand finden Sie hier.

 

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