Springwurmwickler (Sparganothis pilleriana)

- Oben: Raupe, Mitte: Puppe, Unten: Adulter Springwurmwickler (Sparganothis pilleriana), © P. P. Kohlhaas/AGES, Wien
Einleitung
Der Springwurm (Sparganothis pilleriana) ist die Raupe eines Schmetterlings (Nachtfalter) aus der Familie der Wickler (Tortricidae). Von ihnen sind weltweit etwa 5.000 Arten beschrieben. In Europa kommen etwa 1.000 Arten und Unter- arten vor. Davon leben fast 600 Arten auch in Mitteleuropa. Ihr Hauptverbreitungsgebiet aber sind die gemäßigten Breiten und die Tropen.
Schadorganismus
Der Springwurmwickler hat einen 11 bis 15 mm großen Körper mit einer Flügelspannweite von 20 bis 25 mm. Die Flügel sind bis bräunlichgelb mit zwei braun-rötlichen Querbändern und einem Fleck an der Flügelbasis. Der Springwurmwickler ist wenig wärmebedürftig und kommt auch in nördlichen Weinbaugebieten vor. Er bildet eine Generation pro Jahr. Die Puppen des Springwurmwicklers überwintern unter der Borke des Rebstockes oder auf anderen Wirtspflanzen. Aus den Puppen schlüpfen von Anfang April bis Anfang Mai gestaffelt die Raupen. Die Raupen entwickeln sich 45 bis 50 Tage bevor sie sich verpuppen. Die Falter schlüpfen nach zwei bis drei Wochen. Die Flugzeit dauert von Anfang Juli bis Ende August, wobei ein einzelner Falter nur ca. eine Woche lebt. Der Flug, die Paarung und Eiablage finden vor allem in den Abendstunden statt.
Symptome
Der Springwurmwickler gilt ebenso wie der Einbindige und der Bekreuzte Traubenwickler als Schädling im Weinbau. Die Larven befallen junge Blätter, die sie durchlöchern und zu Paketen zusammen spinnen. Bei Öffnen der Blattnester ziehen sich die Raupen sprunghaft („Springwurm“) zurück und lassen sich an einem Spinnfaden rasch zu Boden fallen.
Wirtspflanzen
Der Springwurmwickler gilt als extrem polyphag. Das Spektrum seiner Wirtspflanzen umfasst mehr als 100 Pflanzenarten unter ihnen auch Vitis spp.
Verbreitung
Der Springwurmwickler ist im südlichen und mittleren Europa weit verbreitet. Man findet ihn aber auch in Nordafrika, Korea, China und Japan.
Vorbeugung und Bekämpfung
Die Eier des Springwurmwicklers werden bei gezielten Austriebsbehandlungen (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) gegen Obstbaumspinnmilben, Kräusel- und Pockenmilben miterfasst. Dabei ist auf eine besonders gründliche Benetzung der Pflanzen, auf eine "Stockwaschung" zu achten. In der integrierten Produktion im Rahmen des ÖPUL können Netzschwefel- oder Paraffinölpräparate zur Austriebsspritzung (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) verwendet werden. In Weingärten, wo der Heuwurm des Traubenwicklers bekämpft wird, bleibt der Springwurmwickler in der Regel unter der Schadensschwelle.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
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