Rebstecher (Byctiscus betulae)

Oben: Blattwickel und Fraßstellen an Blättern (Fenster und Lochfraß) Mitte rechts: Larve des Rebstechers Unten: rechts: Puppenstadium Unten links: ein grün- und ein blaugefärbter Rebstecher (© P. P. Kohlhaas/AGES, Wien)

Einleitung
Der Rebstecher (Byctiscus betulae) oder Zigarrenwickler, wie er im Volksmund auch genannt wird, ist ein 5 - 7 mm großer, metallisch grün, blau, rot oder violetter Käfer, aus der großen Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Sein Körper ist gedrungen und die Antennen sind nicht gekniet, was neben dem Rüssel (Rostrum) als Erkennungsmerkmal dient. Die Rüsselkäfer sind weltweit mit 40.000 bis 60.000 Arten vertreten. Weltweit gehört etwa jeder 5. bekannte Käfer in diese Gruppe. Damit sind die Rüsselkäfer wahrscheinlich die artenreichste Familie aller Lebewesen.

Schadorganismus
Im Frühjahr fressen die Käfer an Rebknospen und an jungen Blättern. Die Weibchen legen zigarrenförmige Wickel (Zigarrenwickler) aus einem oder aus mehreren Blättern an. Sie bohren einen Blattstiel an, damit das Blatt welkt und leichter gerollt werden kann und dann wird es mit einem Sekret verklebt. Insgesamt erzeugt ein Weibchen 20 - 30 solcher Wickel, in welchen jeweils 4 - 6 Eier abgelegt werden. Kurze Zeit später schlüpfen die Larven und fallen mit den vertrocknenden Wickeln zu Boden. Dort ernähren sich die Larven von dem vermodernden Blattgewebe des Wickels und verpuppen sich im Boden. Die Käfer erscheinen zum Teil im Herbst, oder erst im nächsten Frühjahr.

Symptome
Die zigarrenförmigen Blattwickel an der Rebe und die Fraßstellen an den Blättern (Fenster- und Lochfraß) sind unübersehbar.

Wirtspflanze
Als Wirtspflanzen kommen neben Vitis sp. auch Blattgewebe verschiedener Laubgehölze in Frage.

Verbreitung
Die Verbreitung des Rebstechers geht von Europa über Asien bis in die Mandschurei.

Vorbeugung und Bekämpfung
Der Rebstecher ist relativ ortstreu. Deswegen ist das Absammeln der Blattwickel vor dem Verdorren eine gute Methode, um den Neubefall in der kommenden Saison gering zu halten. Insektizide sollte man nur bei massivem Befall, spätestens zu Beginn des Blattwickelns applizieren (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Natürliche Feinde des Rebstechers sind Räuber wie Laufkäfer oder Insekten fressende Wirbeltiere. Parasitiert wird der Rebstecher von Schlupfwespen, Zehrwespen, Erzwespen und Raupenfliegen.

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