Rebenfallkäfer (Bromius obscurus)

- Oben: Charakteristische Fraßspuren des „Schreibers“ an Traube, Rebtrieb und Blättern Mitte links: Puppenstadium Unten links: Larve Unten rechts: Erwachsener Rebenfallkäfer (nat. Größe ca. 6 mm) (© P. P. Kohlhaas/AGES, Wien)
Einleitung
Der Rebenfallkäfer (Bromius obscurus) oder Schreiber, wie er auch im Volksmund genannt wird, ist ein kleiner Käfer (5-6 mm) aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). Der Körper ist schwarz, die Kutikula kurz behaart und nicht metallisch glänzend. Die Flügeldecken sind breiter als der Halsschild und haben deutliche Schultern, woran die Käfer gut zu erkennen sind.
Schadorganismus
Bromius obscurus kann im Weinbau gelegentlich erheblichen Schaden anrichten, denn die Larven fressen an den Wurzeln der Reben, was Leitungsstörungen verursacht, die von Kümmerwuchs bis zum Absterben der Stöcke führen können. Die Käfer leben von Anfang Mai bis August an den Rebstöcken. Sie sind sehr lebhaft. Bei Störung lassen sie sich zu Boden fallen (Name). Nach einem Reifungsfraß von etwa 2 Wochen legen die Weibchen die Eier in Häufchen von 15-20 Stück in Ritzen der alten Borke oder an oberflächennahen Wurzeln ab. Nach 10 bis 12 Tagen schlüpfen die Junglarven, die an den Wurzeln fressen. Sie zerstören anfangs die feinen Wurzeln und fressen später an älteren Wurzeln in spiraligen Gängen. Der Wurzelfraß dauert bis in den Herbst, oder er dauert auch während milder Winter an. Gegen Winterende erfolgt die Verpuppung dicht unter der Erdoberfläche. Nach etwa 3-wöchiger Puppenruhe kommt es zum Schlupf der Käfer.
Symptome
An Blättern, Trieben und Beeren Fraßspuren, die etwa 1 mm breit und 10 mm lang sind und an Schriftzeichen erinnern sollen (Schreiber). Ab Hochsommer können auch Beeren benagt sein. Sekundäre Pilzinfektionen sind ebenfalls möglich.
Wirtspflanzen
Neben Vitis sp. sind auch Rosengewächse und das Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium) Wirtspflanzen.
Verbreitung
Bromius obscurus ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Er kommt aber auch in Nordamerika vor.
Vorbeugung und Bekämpfung
Natürliche Feinde sind u. a. Insekten fressende Wirbeltiere aber auch Ameisen, die die Eier fressen. Pflanzenschutzmaßnahmen sollten nur ergriffen werden, wenn Schadbilder beobachtet werden. Im Prinzip sind alle Pflanzenschutzmittel wirksam, die auch für andere Blattkäfer zugelassen sind (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).. Oft werden die Käfer auch mit Pflanzenschutzmaßnahmen gegen andere Schädlinge mit erfasst.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit