Pockenmilbe (Eriophyes vitis)
Einleitung
Pockenmilbenbefall ist durch die auffällige Blattgallenbildung eindeutig erkennbar. Solange nur schwacher Befall auftritt, sind Pockenmilben nicht von wirtschaftlicher Bedeutung, sondern nur als Schönheitsfehler einzustufen. Problematischer wird massiver Befall, wenn sich die jungen Blättchen nicht richtig entfalten oder sogar Gescheine befallen werden. Bei geöffneter Blüte kann man aufgeplatzte Fruchtknoten, deformierte Staubfäden und missgebildete Staubblätter sehen.
Schadorganismus
Die Pockenmilbe (Eriophyes vitis) überwintert als ausgewachsene Milbe in den Knospen. Ende April kommt es zu einem Knospenschwellen, und es beginnt die Saugtätigkeit der Milben am jungen Trieb. Ihre Nachkommen wachsen gut geschützt unter einem Filz, welcher aus hypertrophierten Epidermishaaren besteht, auf. Die weitere Entwicklung ist der von Kräuselmilben sehr ähnlich. Hohe Luftfeuchtigkeit fördert die Ausbildung von mehreren Generationen. Pockenmilben haben eine Größe von ca. 0,15 mm. Mit freiem Auge können sie deswegen nicht erkannt werden. Zwischen Ende April und Ende September können bis zu sieben Generationen auftreten.
Symptome
Pockenartige Erhebungen auf der Blattoberseite, während die Blattunterseite mit einem dichten weißen Haarfilz ausgekleidet ist. Auch ein Gescheinsbefall ist möglich (Knospen des Weins, bevor sie zu Blüten werden). Die Blattpocken bleiben während der gesamten Vegetationszeit sichtbar.
Wirtspflanze
Die Pockenmilbe kommt an der Europäischen Rebe Vitis vinifera vor.
Vorbeugung und Bekämpfung
Natürliche Feinde, wie Raubmilben, Räuberische Gallmückenlarven schonen bzw. fördern ist die beste Vorbeugung. Darüber hinaus sollte ab November bis Ferbuar eine Raubmilbeneinbürgerung (Typhlodromus pyri) durchgeführt werden, sodass diese bei den ersten steigenden Temperaturen aktiv werden können. Von Anfang April bis Anfang Mai (Knospenschwellen) ist die Behandlung mit einem Austriebsspritzmittel zielführend (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Eine gründliche Benetzung (Stockwaschung) ist unbedingt Voraussetzung für eine zufriedenstellende Wirkung. Diese Behandlung ist besonders wichtig, wenn im Vorjahr ein verstärktes Auftreten festgestellt wurde (visuelle Kontrolle).

- Pockenmilbe adult (© P. P. Kohlhaas/AGES, Wien)
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