Dickmaulrüssler (Otiorrhynchus spp.)

- Dickmaulrüssler (Otiorrhynchus sp.), © P. Cate/AGES, Wien
Einleitung
Die Dickmaulrüssler (Otiorrhynchus) stellen eine Käfergattung aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) dar. Viele Vertreter werden als landwirtschaftliche Schädlinge angesehen, da die adulten Tiere (Imagines) sich hauptsächlich von Blättern, Knospen oder jungen Trieben landwirtschaftlich genutzter Pflanzen ernähren. Im Weinbau sind vor allem Otiorrhynchus sulcatus, aber auch andere Arten gefürchtete Schädlinge.
Schadorganismus
Dickmaulrüssler besitzen meist eine dunkle schwarze oder braune Färbung. Einige Vertreter können jedoch auch gelb gefärbt sein. Sie können zwischen 3 und 14 mm groß werden. Der für sie typische Rüssel ist stets kräftig entwickelt und besitzt ohrenförmige wulstartige Gebilde (Pterygien), die sich neben den Fühlergruben befinden. Die obere Rückenseite (Pronotum) ist häufig geriffelt, gerunzelt, gekörnt und mit dunkelbraun bis gelb gefärbten Pünktchen versehen. Dickmaulrüssler fressen nachts und verstecken sich tagsüber in Ritzen oder Spalten der Pflanze oder im Boden. Viel schädlicher als die flügellosen Käfer sind deren Larven. Sie befinden sich im Erdreich und fressen an den Wurzeln. Die Pflanzen können durch diesen Schaden nicht mehr genug Wasser aufnehmen und verwelken. Die Entwicklung der Käfer verläuft vom Ei über 6 Larven- und ein Puppenstadium bis zum erwachsenen Tier im Boden. Nur der erwachsene Käfer lebt oberirdisch. Der Entwicklungszyklus beginnt im Mai mit Eiablagen am Wurzelhals. Nach 1-3 Wochen schlüpfen die Larven. Die im Herbst erwachsenen Larven überwintern. Nach der Verpuppung Ende März und einer Puppenruhe von 3-6 Wochen treten die erwachsenen Käfer erst etwa Ende Mai bis Juni des darauf folgenden Jahres auf und beginnen mit dem Reifungsfraß.
Symptome
Das charakteristische Schadbild ist der halbmondförmige Buchtenfraß an den Blatträndern.
Wirtspflanzen
Dickmaulrüssler sind polyphag an krautigen Pflanzen oder kleineren Gehölzen. Neben Vitis sp. werden auch Eiben, Liguster, Cotoneaster, Rhododendren und Azaleen, aber auch Alpenveilchen und Erdbeeren befallen. Besonders gefährlich sind Dickmaulrüssler in Rebschulen und Junganlagen, da der gesamte Austrieb vernichtet werden kann.
Verbreitung
Dickmaulrüssler sind weltweit verbreitet.
Vorbeugung und Bekämpfung
Die Bekämpfung der Käfer ist relativ einfach durch den Einsatz von Insektiziden mit systemischer Wirkung (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Die Bekämpfung der wesentlich mehr Schaden verursachenden Larven ist sehr schwierig. Im Handel gibt es gegen diese im Boden lebenden Stadien nützliche Nematoden, welche in die Larven eindringen und sie zum Absterben bringen. Diese Nematoden benötigen eine bestimmte Bodentemperatur, um aktiv zu werden. Mit dem Absammeln der adulten Käfer kann man sie zwar nicht bekämpfen, aber man kann den Befallsdruck mindern. Natürliche Feinde sind der Igel, Spitzmäuse, Vögel, Laufkäfer Spinnen und Tausendfüsser.
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