Einleitung
Flavescence dorée ist eine Quarantänekrankheit, die durch zellwandlose Bakterien (Phytoplasmen) hervorgerufen wird und bei Weinreben zu Vergilbungen und Wachstumsstörungen führt. Es gibt verschiedene rebpathogene Phytoplasmen, doch nur das Grapevine flavescence dorée phytoplasma MLO ist als Quarantäneschaderreger in der EU-Richtlinie 2000/29/EU, Annex II gelistet. In Österreich konnte dieses Phytoplasma bisher weder in Reben, noch im Überträger dieser Krankheit, der Amerikanischen Rebzikade, nachgewiesen werden (Stand 2008, siehe Monitoringdaten). Der Vektor wurde erstmals 2004 in der Südoststeiermark gefunden.
Flavescence dorée wird durch die Amerikanische Rebzikade von Weinrebe zu Weinrebe übertragen. Der Schaderreger kann auch durch latent infiziertes Pflanzmaterial verbreitet werden. Die epidemische Verbreitung und die erheblichen Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen (Rodung der Reben, zusätzlicher Insektizid-Einsatz, indirekte Schäden durch Ertragsausfall bzw. Zusatzkosten für Neuauspflanzungen) begründen die hohe ökonomische Relevanz dieser Krankheit für den Weinbau. Um das Risiko einer möglichen Einschleppung und Etablierung der Krankheit in Österreich abzuschätzen, wurde an der AGES, Institut für Pflanzengesundheit, eine Risikoanalyse (pest risk analysis) durchgeführt und Präventions- und Notfallpläne zur Bekämpfung dieser Krankheit erarbeitet.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
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