Wilde Mohrenhirse (Sorghum halepense)
Pflanzenmerkmale
Keimblätter: | - |
Stängel: | aufrecht, bis über 2 m hoch |
Blätter: | Die 20-60 cm langen Blattspreiten haben hervorstehende Mittelrippen und eine weißliche Mittelader, sind vielnervig und unbehaart |
Blüten: | Blütenstand ist eine hellgrüne bis leicht purpurn, behaarte, pyramidenförmige, vielverzweigte, 15-50 cm lange Rispe |
Samen/Frucht: | Samen sind rötlichbraun bis glänzend-schwarz, mit feinen Linien an der Oberfläche |
Standort und Verbreitung
Warmes Klima und feuchte, nährstoffreiche Böden werden bevorzugt. Die Art stammt vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Seit 1972 tritt sie in der Steiermark an wenigen Stellen in Maisfeldern auf und hat sich in den letzten Jahren in den südlichen Teilen (u.a. Bad Radkersburg, Sicheldorf) zunehmend ausgebreitet. Darüber hinaus kommt S. halepense auch auf Ruderalflächen (Bahngelände), Wegränder und Deponien in den einzelnen Bundesländern (häufig auch in Begleitung weiterer Vogelfutterpflanzen) vor.
Bedeutung
Die Wilde Mohrenhirse (Familie: Poaceae) ist ein typischer Wärme- und Spätkeimer (C4-Pflanze). Durch ihre Größe konkurrenzstark. Die erwartete explosionsartige Ausbreitung blieb bisher jedoch aus, da die flach unter dem Boden streichenden Rhizome leicht erfrieren. Rhizombildung und Blüte finden ihre optimale Temperatur bei 30 °C und werden bei Temperaturen unter 13-15 °C gehemmt. Die Art regeneriert sich in den gemäßigten Breiten weitgehend über Samen.
Besonderheiten/Anmerkungen
S. halepense ist ein mehrjähriges Gras mit kriechenden, fleischigen, bis 1 cm dicken und 2 m langen Rhizomen, die häufig an den Knoten wurzeln. Das faserige Wurzelsystem verzweigt sich frei bis in Bodentiefen von 120 cm. Die Wilde Mohrenhirse ist ein bedeutendes Ungras in den südlichen und östlichen Nachbarländern (Ungarn, Slowenien, Italien) und in subtropischen Kulturen (z.B. Baumwolle). Nach HOLM nimmt diese Pflanze in der Rangliste der wichtigsten Unkräuter ("World Worst Weed") den sechsten Platz ein.

- Blühende Wilde Mohrenhirse in Mais (© S. Follak/AGES, Wien)
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Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
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Dienstort: Wien
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