Weißer Amarant (Amaranthus albus)

Pflanzenmerkmale

Keimblätter:

glatt, lanzettlich

Stängel:

aufrecht bis niederliegend, von Grund an verzweigt, weißlich, 10-50 cm hoch.

Blätter:

Laubblattspreite 0,5 bis 2,5 cm lang, länglich, am Grund verschmälert, vorn abgerundet, mit 0,5 bis 1 mm langer Grannenspitze. Rand schwach wellig-kraus

Blüten:

Perigonblätter der weiblichen Blüten schmal-elliptisch, spitz; Blütezeit: Juli bis Oktober

Samen/Frucht:

etwa 1,5 mm lang, runzelig-höckerig

 

Standort und Verbreitung
Der Weiße Amarant (Familie: Amaranthaceae) ist sehr wärmebedürftig und ein Zeiger für trockenere Standorte. A. albus stammt aus Gebieten mit meridionalem bis subtropischem Klima, und zwar aus dem Süden der Vereinigten Staaten und Mexiko. In Österreich tritt A. albus in allen Bundesländern mit Ausnahme von Salzburg zerstreut auf (trockene Ruderalfluren, Pflasterritzen, Bahnanlagen), im pannonischen Gebiet mäßig häufig.

Bedeutung
Die Art spielt als Unkraut in landwirtschaftlichen Kulturen nur in ganz warmen Gebieten (Marchfeld, Seewinkel) in Hackfrüchten, in Gemüse und in Mais eine Rolle, gleichwohl ist die Konkurrenzkraft als gering einzustufen.

Besonderheiten/Anmerkungen
Die Einschleppung des Weißen Amarants und anderer Amarant-Arten (u. a. Amaranthus buchonii, Amaranthus powellii) erfolgte hauptsächlich mit Handelsgütern. Insbesondere Ölsaaten, die mit vereinzelten Diasporen durchsetzt sind und beim Verladen im Hafen herunterfallen, spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Historie der Einbürgerung von Arten der Gattung Amaranthus scheint mit der Klimaerwärmung in Zusammenhang zu stehen. Dafür spricht, dass sich zunächst Arten mit Herkünften aus temperiertem Klima hierzulande ansiedeln konnten (wie z. B. Amaranthus retroflexus), später erst, vor allem in einer Einbürgerungswelle in den 1980er- und 1990er-Jahren, auch Arten subtropischer Herkunft. A. albus ist einer der wenigen Steppenroller in Mitteleuropa. Die Seitenäste wachsen bei A. albus in einem Bogen in die Höhe, so dass halbkugelartige Gebilde entstehen, die im Herbst abbrechen und vom Wind erfasst und weggerollt werden.

Der Weiße Amarant ist ein typischer Steppenroller
Der Weiße Amarant am Straßenrand zusammen mit dem Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Der Weiße Amarant in Mais

Bilder: © S. Follak/AGES, Wien

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