Was ist ein Unkraut?

Für den Begriff „Unkraut“ gibt es zahlreiche Definitionen und diese sorgen immer noch für intensive Diskussionen. Gerne wird „Unkraut“ auch durch Begriffe wie „Wildkraut“ oder „Ackerbegleitflora“ ersetzt. Grundsätzlich gilt, dass Unkräuter generell immer nur auf Standorten (z. B. Ackerland, Grünland, Rasenflächen aller Art oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen) vorkommen, die durch den Menschen beeinflusst sind und dort mehr Schaden als Nutzen verursachen.

Bedeutung für die Landwirtschaft
Der Schaden durch Unkräuter kann sehr unterschiedlich sein, denn sie

Das Ausmaß eines Schadens durch Unkräuter wiederum hängt jeweils von dem Zeitpunkt des Auftretens und der jeweiligen Dichte ab. Darüber hinaus gibt es auch positive Auswirkungen der Unkrautflora auf das Agrarökosystem. Dazu zählen u. a.:

  • Minderung der Bodenerosion und Nährstoffauswaschung 
  • Lebensgrundlage für Insekten und Vögel 
  • Bereicherung der Agrarlandschaft
Bereicherung der Agrarlandschaft: Feldrittersporn (© S. Follak/AGES, Wien)
Schadwirkung durch Konkurrenz: Zaunwinde in Sonnenblumen (© S. Follak/AGES, Wien)

Bedeutung der Unkrautbekämpfung
Weltweit sind die Unkräuter ein wichtiger ertragslimitierender Faktor auf Ackerflächen. Ohne ihre Bekämpfung sind Ertragsminderungen in der Größenordnung von 20–40 % je nach Kultur möglich. Aus diesem Grund sind die Aufwendungen für ihre Bekämpfung sehr hoch. Grundsätzlich werden indirekte und direkte Maßnahmen unterschieden.

Indirekte Maßnahmen:
Hierzu zählen: Saatgutreinigung, Fruchtfolge, Standortwahl, Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung, Saatzeitpunkt, Bestandesdichte, Sortenwahl und Düngung. Im Vordergrund steht die Förderung der Konkurrenzkraft der Kulturpflanze bei gleichzeitiger Schaffung ungünstiger Auflauf- und Wachstumsbedingungen für Unkräuter.

Direkte Maßnahmen:
Hier kommen im Wesentlichen mechanische und chemische Verfahren zum Einsatz. Mechanische Verfahren beruhen auf Verschütten, Herausreißen und Abschneiden der Unkräuter. Chemische Unkrautbekämpfung erfolgt mit Herbiziden. Diese führen zum Absterben der Unkräuter. Herbizide sind kostengünstig und haben einen hohen Wirkungsgrad. Weitere Maßnahmen sind Abflammen oder Heißwasserbehandlung (Thermische Verfahren) und der Einsatz natürlicher Gegenspieler von Unkräutern (Biologische Verfahren).

Maisfeld nach einem Herbizideinsatz: Unkräuter sterben ab (© S. Follak/AGES, Wien).

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)