Samtpappel (Abutilon theophrasti)
Pflanzenmerkmale
Keimblätter: | verkehrt herzförmig, langgestielt, ganzrandig und hellgrün |
Stängel: | aufrecht, samtig behaart, selten verzweigt, sie erreicht eine Höhe von 0,8 bis 1,5 m |
Blätter: | langgestielt, breit herzförmig mit einer Verjüngung zur Spitze hin, flach und rundgezahnt, samtig behaart |
Blüten: | gelb, einzeln oder in kleinen Trauben in den Blattachseln, ca. 1,3 bis 2,5 cm groß |
Samen/Frucht: | Kapsel, welche zunächst hellgrün, später fast schwarz erscheint, Samen sind hartschalig, dunkelbraun, nieren- bis herzförmig, abgeflacht, eine Pflanze produziert bis zu 8.000 Samen, die bis zu 50 Jahre im Boden überleben |
Standort und Verbreitung
Die Samtpappel (Familie: Malvaceae) ist wärmebedürftig und bevorzugt feuchte, gut mit Nährstoffen versorgte Böden. Die Samtpappel kommt zurzeit in den Bundesländern Steiermark, Burgenland, Kärnten und Niederösterreich regional vor. Erste Vorkommen sind auch aus Oberösterreich bekannt.
Bedeutung
Die Samtpappel ist ein gefürchtetes Problemunkraut, denn sie hat viele Merkmale eines „idealen“ Unkrauts und Invasoren: eine lange Auflaufperiode, eine kontinuierliche und hohe Samenproduktion und eine hohe Konkurrenzkraft gegenüber der Kulturpflanze. In Mais stehen Herbizide mit guter Wirkung gegen die Samtpappel zur Verfügung. In anderen Kulturen (Zuckerrüben, Gemüsekulturen, Soja) erfassen viele der eingesetzten Herbizide A. theophrasti nur unzureichend. Die Samtpappel breitet sich weiter aus.
Besonderheiten/Anmerkungen
Die Samtpappel stammt aus China und wurde vermutlich durch verunreinigtes Gelbsenf- und Ölrettichsaatgut sowie Tierfutter nach Europa eingeschleppt. Englische Namen sind unter anderem „Velvetleaf“, „Elephant Ears“, „Cottonweed“, „China jute“ und „Abutilon hemp“. Während sich die beiden ersten auf die Morphologie der Blätter beziehen, gehen die übrigen Namen auf die frühere Nutzung der Pflanze als Faserlieferant zurück.
- Samtpappel im Keimblattstadium (© S. Follak/AGES, Wien)
- Kapsel der Samtpappel (© S. Follak/ AGES, Wien)
- Blüte der Samtpappel (© S. Follak/AGES, Wien)
- Die Samtpappel blüht und fruchtet gleichzeitig (© S. Follak/AGES, Wien)
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
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