Quetschgurke (Thladiantha dubia)
Pflanzenmerkmale
| Keimblätter: | dick, rundlich bis elliptisch |
| Stängel: | bis 4 m hohe Kletterpflanze, Grundachsen kriechend, mit kartoffelähnlichen Wurzelknollen, ausdauernd |
| Blätter: | breit-oval, am Grunde herzförmig, vorne zugespitzt, am Rande gekerbt |
| Blüten: | einzeln in den Blattachseln, Kelch glockig, fünfteilig, mit lineal-lanzettförmigen, zurück gekrümmten Lappen. Krone glockig, goldgelb, tief fünfteilig, mit zurückgerolltem Saum, zweihäusig |
| Früchte/Samen: | länglich-eiförmig, bis 5 cm lang, behaart, fleischig, im Reifezustand dunkelrot gefärbt, mit zahlreichen verkehrt-eiförmigen, zusammengedrückten Samen |
| Blütezeit: | Juli bis September |
Standort und Verbreitung
Die Quetschgurke (Familie: Curcubitaceae) stammt ursprünglich aus China und wird wie einige andere Kürbisgewächse (z. B. Igelgurke und Zaunrübe) als dekorative Zierpflanze an Wänden, Zäunen und Lauben kultiviert. T. dubia gelangt dabei gelegentlich durch Gartenabfälle mit ihren Wurzelknollen auf z. T. anthropogen beeinflusste Standorte, wie Bahndämme und Anschüttungen, aber auch auf landwirtschaftliche Flächen (häufig Weingartenränder, Maisfelder). In Österreich gibt es Angaben über Vorkommen der Quetschgurke aus Kärnten, Nordtirol, Steiermark und Niederösterreich.
Bedeutung
Die Art spielt als Unkraut in landwirtschaftlichen Kulturen nur eine untergeordnete Rolle, da ihre Verbreitung nur auf ganze wenige Standorte beschränkt ist. Aber dort wo sie auftritt (z. B. Marktgemeinde Maria Saal/Kärnten), kann es zu empfindlichen Ertragseinbußen kommen. Die Pflanze erweist sich bereits im Jugendstadium der Kulturpflanze aufgrund einer hohen Flächendeckung als sehr konkurrenzstark, denn als typische Kletterpflanze kann sie die Kulturpflanze ins Lager führen und die Ernte behindern. Betriebsübliche (Herbizid-) Bekämpfungsmaßnahmen greifen oft nicht und auch in der Fachliteratur findet dieser Exot so gut wie keine Erwähnung. Daher sind die wichtigsten Gegenmaßnahmen eine Auflockerung der Fruchtfolge und mechanische Bekämpfung (Hacken).
Besonderheiten/Anmerkungen
Die relativ geringe Verbreitung in Österreich ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass zumindest in Kärnten bisher nur männliche Pflanzen beobachtet werden konnten (die Art ist zweihäusig: weibliche und männliche Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen). Als Verbreitungsmechanismus kommen deshalb nur die Wurzelknollen in Betracht, da keine Samen gebildet werden können.

- Die Blüten der Quetschgurke sind goldgelb. Die Kronenblätter sind glockig und fast bis zum Grund zerteilt

- Ab Mitte Juli beginnt die Quetschgurke sich an den Maispflanzen hochzuranken und kann sie so später ins Lager führen und die Ernte behindern

- Wurzelknolle der Quetschgurke

- Die Quetschgurke ist aufgrund einer hohen Flächendeckung sehr konkurrenzstark
Bilder: © S. Follak/AGES, Wien
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