Pferdenessel (Solanum carolinense)

Pflanzenmerkmale

Keimblätter:

eiförmig-länglich, bis 1,2 cm lang, behaart, glänzend-grün oberseits, schwach grünlich unterseits.

Stängel:

aufrecht, schwach verzweigt nur am Grunde, Höhe bis 120 cm, mit Stacheln besetzt

Blätter:

gelappt, wechselständig (4-14 cm lang), mit harten, dornenartigen, gelben Stacheln besetzt.

Blüten:

drehsymmetrische Blüten mit fünf verwachsenen, hellblauen Kronblättern, entspringen seitlich

Samen/Frucht:

rundliche, bis 20 mm große, gelbe bis gelb-orange Beerenfrüchte mit 40-170 Samen, 1,5-2 mm, gelblich, rund und abgeflachtl

Standort und Verbreitung
S. carolinense (Familie: Solanaceae) bevorzugt lockere sandige Standorte, gedeiht aber auf nahezu allen Böden. In Österreich kommt die Art nur in Kärnten in der Nähe von Pischeldorf vor. Die Pflanze stammt ursprünglich aus den Golfstaaten der USA und gilt bereits in 31 Staaten der USA und Kanada (Ontario, Quebec) als heimisch. Sie wurde bereits in zahlreiche andere Länder eingeschleppt (u. a. Japan, Neuseeland, Niederlande).

Bedeutung
S. carolinense ist ein bedeutendes Unkraut in den USA und Kanada in vielen Feldkulturen und Grünland, denn sie hat viele Merkmale eines „idealen“ Unkrauts und Invasoren: effiziente Ausbreitung durch Samen (Vögel), aufgrund der meterlangen, horizontal verlaufenden Wurzeln kann die Pflanze innerhalb weniger Jahre große Flächen bedecken, hohe Regenerationsfähigkeit (Wurzelstücke bilden bereit nach wenigen Wochen Knospen und treiben aus), und in den meisten Kulturen (u. a. in Kartoffel, Sojabohne) stehen keine ausreichend wirksamen Herbizide zur Verfügung. Der dichte Bestand, den die zahlreichen Wurzelsprosse (bis zu 20 und mehr/qm) hervorbringen, hat eine hohe Konkurrenzkraft gegenüber der Kulturpflanze. In Mais und im Grünland gibt es einige wirksame Herbizide gegen S. carolinense (Dicamba, Mesotrione bzw. Aminopyralid, Triclopyr, s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Gleichwohl kann die Art nur niedergehalten werden.

Die Ausbreitung der Pflanzen erfolgt vegetativ durch Wurzelsprosse
S. carolinense in der Blüte
Die Blätter und die Stängel sind mit dornenartigen, gelben Stacheln besetzt
S. carolinense tritt auch im Grünland auf
In Mais kann S. carolinense nicht so zur Entfaltung kommen aufgrund der hohen Konkurrenzkraft der Kultur

Bilder: © S. Follak/AGES, Wien

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