Giftbeere (Nicandra physalodes)

Pflanzenmerkmale

Keimblätter:

oval-eiförmig, spitz zulaufend

Stängel:

aufrecht wachsend 0,5 bis 1,5 m, selten auch bis 2 m hoch

Blätter:

membranartig, schmal bis breit eiförmig, welliger Rand

Blüten:

glockig, hellblau, Juli bis Oktober

Samen/Frucht:

lampion- und pergamentartig, netzartige Nervatur, Durchmesser von 10 bis 15 mm; Samen sind bräunlich-gelb, bis 2 mm groß, flach und nierenförmig mit feinen Einbuchtungen

Standort und Verbreitung
Die Giftbeere (Familie: Solanaceae) wurde bereits in allen Bundesländern (mit Ausnahme von Salzburg) unbeständig zumeist auf Ruderalflächen (Schutt, Kompost) nachgewiesen. Die Giftbeere kommt neuerdings lokal in Maisfeldern in der südlichen Steiermark und vereinzelt in Oberösterreich vor.

Bedeutung
Die Giftbeere ist ein typischer Spätkeimer und wird von den eingesetzten Herbiziden nicht immer erfasst. Darüber hinaus haben einige der verwendeten Herbizide Wirkungslücken bei Nachtschattengewächsen. Begünstigt wurde ihre Ausbreitung vermutlich auch durch die hohen Sommertemperaturen, das milde Herbstwetter und die spät einsetzenden Fröste der letzten Jahre, da sie so bis weit in den Herbst fruchten und aussamen und so größere Populationen aufbauen konnte.

Besonderheiten/Anmerkungen
Die Giftbeere stammt aus den Anden Südamerikas, wo sie von Peru bis ins nördliche Argentinien zu finden ist. Sie wird gelegentlich als Zierpflanze kultiviert. N. physalodes gelangt durch Gartenauswurf ins Freie. Sie gilt aber auch als Vogelfutter- und Saatgutbegleiter.

Giftbeere als junge Pflanze (© S. Follak/AGES, Wien)
Fünfzählige Blüten stehen einzeln, zunächst aufrecht, später nickend (© S. Follak/AGES, Wien)
Giftbeere in Mais (© S. Follak/AGES, Wien)
Der sich vergrößernde Kelch schließt sich lampionartig um die sich bildende Frucht (© S. Follak/AGES, Wien)

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