Erdmandelgras (Cyperus esculentus)

Pflanzenmerkmale

Keimblätter:

-

Stängel:

dreikantig, bis 80 cm hoch

Blätter:

hellgrün

Blüten:

Blütenstand ist eine Dolde mit 4 bis 10 Ästen mit am Ende jeweils zahlreichen gelblichen bis bräunlichen Ährchen

Samen/Frucht:

Größe ca. 12 bis 10 mm, rundlich und hellbraun, einige hundert je Pflanze, bis zu 10 Jahre im Boden überdauernd, Samenanzahl sehr variabel

Standort und Verbreitung
Das Erdmandelgras (Familie: Cyperaceae) ist sehr wärme- und lichtbedürftig, besiedelt auch feuchte Stellen, Gräben. Das ursprüngliche Areal wird unterschiedlich beschrieben (Mittelmeergebiet, Ostafrika, Südostasien). Die heutigen problematischen Vorkommen in Europa gehen wahrscheinlich auf Einschleppungen mit Gladiolenzwiebeln aus den USA zurück. In den Niederlanden wurden Populationen von C. esculentus zum ersten Mal 1972 entdeckt. Mittlerweile sind auch Vorkommen in Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich bekannt. In Österreich wurde das Erdmandelgras zum ersten Mal Ende der 80er Jahre in Kärnten (zwischen Grafenstein und Thon) entdeckt, und sie wurde wahrscheinlich mit Baumaschinen aus Norditalien eingeführt. Weitere Standorte sind in der Steiermark bei St. Johann ob Hohenburg, östl. Altgralla sowie bei Gabersdorf und Oberschwarza und in Kärnten bei St. Paul im Lavanttal sowie in Oberösterreich in der Gemeinde Hochburg/Ach.

Bedeutung
Konkurrenzstark, unter günstigen Bedingungen hohe Vermehrungsraten. Aus einer Knolle kann sich ein Klon mit einem Durchmesser von bis zu 2 m bilden. Hierbei werden bis zu 1500 Knollen neu angelegt. Eine Besonderheit ist, dass sich das Erdmandelgras in Mitteleuropa vorwiegend vegetativ vermehrt. Samen werden zwar ausgebildet, dennoch wurden bisher noch keine Keimlinge beobachtet.

  • Herbizide wirken nur auf die oberirdischen Triebe und die Knollen überleben durchweg einen Herbizideinsatz. Folgende Wirkstoffe gelten als wirksam: Glyphosat, Metolachlor, Bentazon und Mesotrione.
  • Unterstützung bietet ein Fruchtwechsel mit stark beschattenden Kulturen (Halmfrüchte).
  • Vermeidung weiterer Verschleppungen mit Feldfrüchten, Maschinen und Fahrzeugen.

Besonderheiten/Anmerkungen
Die neuere Literatur unterscheidet verschiedene Varietäten des Erdmandelgrases. Grob unterschieden wird die harmlose alte Kulturform und verschiedene Unkrautformen. Die Knöllchen der Kulturform haben einen mandelartigen Geschmack und werden als Nahrungsmittel kultiviert. Die Unkrautform des Erdmandelgrases wird zu den 20 „weltweit gefährlichsten Unkräutern“ gezählt. C. esculentus wird auch von der EPPO auf der Liste der Invasive Alien Plants geführt und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung werden nachdrücklich empfohlen.

Cyperus esculentus in einem abgeernteten Getreidefeld. Aufnahme: Thon/Kärnten
Der Blütenstand ist eine Dolde mit 4 bis 10 Ästen
Typischer Standort von Cyperus esculentus: feuchter Graben, zusammen mit Impatiens glandulifera. Aufnahme: Thon/Kärnten

Bilder: © S. Follak/AGES, Wien

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)