Schadorganismus-Risikoanalyse für Grapevine Flavescence dorée
Pest Risk Analysis for Grapevine Flavescence dorée
Einleitung
Nach dem Erstauftreten von Scaphoideus titanus, dem Vektor von Flavescence dorée in der Nähe von Klöch im Steirischen Vulkanland wurde am Institut für Pflanzengesundheit eine PRA durchgeführt um das Risiko für den österreichischen Weinbau abzuschätzen. Die Ergebnisse der PRA sind im EPPO Bulletin veröffentlicht.
Das größte Risiko der Einschleppung ist durch den beträchtlichen Handel von Unterlagsreben gegeben, insbesondere bei einer Einschleppung latent infizierter Reben in Gebiete in denen sich der Vektor bereits etabliert hat. Das Klima in den großen Weinbauregionen Niederösterreichs und des Burgenlands ist kein limitierender Faktor für die Etablierung des Vektors. Im Zuge der PRA durchgeführte Klimavergleiche zeigen, dass insbesondere die klimatischen Bedingungen rund um den Neusiedlersee als besonders günstig für die Etablierung einzustufen sind.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit auf Vektorpopulationen trifft und sich in Österreich etablieren kann, ist auf das Steirische Vulkanland und kleine Teile der Süd- und Oststeiermark beschränkt. Bei einer weiteren Verbreitung des Vektors ist aber mit einer zunehmenden Gefährdung auch anderer Weinbaugebiete zu rechnen, da die derzeitige Pflanzenschutzpraxis zur Regulierung anderer Schaderreger die Verbreitung des Vektors nicht verhindern wird. Für die Eindämmung sind eine frühe Erkennung des Vektors und der Krankheit und die sofortige Einführung von Maßnahmen erforderlich. Beispiele aus anderen Ländern (Frankreich, Italien und Serbien), in denen die Krankheit weit verbreitet ist, zeigen, dass bei einer weitflächigen Etablierung die Verluste für den Weinbau, sowie Folgekosten für Kontrollen und phytosanitäre Maßnahmen insbesondere bei der Rebvermehrung erheblich sind.
Die PRA wurde 2005/2006 erstellt. Hinsichtlich der derzeitigen Ausbreitung der Krankheit ist zu ergänzen, dass sie im Herbst 2009 erstmals in der Südoststeiermark an Wein und Waldrebe (Clematis vitalba) nachgewiesen wurde. Im Jahr 2010 wurde im Rahmen des AGES-Monitoring erstmals auch in der Südsteiermark ein neuer Krankheitsausbruch entdeckt.
(Phytosanitäre Maßnahmen zur Eindämmung wurden gesetzt.)
In Slowenien wurden Ausbrüche von Flavescence dorée in mehreren Weinbaugebieten nachgewiesen, in Serbien breitete sich die Krankheit entlang der Donau bis zur kroatischen Grenze aus. In Ungarn und Kroatien tritt bislang nur der Vektor auf.
AGES
Ort: 1220, Spargelfeldstraße 191
Dienstort: Wien
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Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit