Steinobstknospenstecher (Anthonomus bituberculatus)
Einleitung
Der Steinobstknospenstecher (Anthonomus bituberculatus) kann auf Marille und Zwetschke vorkommen und dort lokal einen relativ hohen Befallsdruck aufbauen. Der Verlust an Knospen macht sich in der Folge in einer schütteren, luftigen Triebausstattung der Kronen bemerkbar.
Schadorganismus
Der Steinobstknospenstecher ist, wie der Birnenknospenstecher, ein Vertreter der Rüsselkäfer (Curculionidae) und diesem in Aussehen und Lebensweise sehr ähnlich.
Im Gegensatz zum Birnenknospenstecher stammt die wichtigste Wirtspflanze aber nicht aus der Erwerbsproduktion, sondern die Traubenkirsche, die in vielen Mischwäldern vertreten ist. Allerdings kann dieser Rüsselkäfer auch auf Marille oder Zwetschke überwandern, die in der zeitlichen Blütenentwicklung etwa der Traubenkirsche entsprechen. Dort werden dann durch die Fraßtätigkeit der Larven die Blütenknospen zerstört. So kann sich im Laufe einiger Saisonen lokal ein relativ hoher Befallsdruck aufbauen. Der Steinobstknospenstecher hat auch nur eine Generation pro Jahr.
Symptome
Im Frühjahr treiben befallene Blütenknospen nicht aus. Das Knospeninnere ist von der Larve ausgefressen, so dass die Knospen absterben. In den geschädigten Knospen findet man eine beinlose, etwa 6 mm lange Käferlarve, später eine gelbliche Puppe.
Wirtspflanzen
Die wichtigste Wirtspflanze des Steinobstknospenstechers ist die Traubenkirsche (Prunus serotina), er kann aber auch auf Marille und Zwetschke vorkommen.
Verbreitung
Der Steinobstknospenstecher tritt weltweit an seinen Wirtspflanzen auf.
Vorbeugung und Bekämpfung
Wie beim Birnenknospenstecher: eine Behandlung mit einem geeigneten Insektizid (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) zur Zeit des Reifungsfraßes im Herbst. Es empfiehlt sich, ab Anfang September das Auftreten des Käfers zu beobachten (Abklopfen der Käfer auf eine helle Unterlage oder in einen Sammeltrichter) und dadurch Behandlungsnotwendigkeit und -zeitpunkt zu ermitteln. Liegt lokal ein starker Befallsdruck vor, so reicht in der Regel eine gezielte Herbstbehandlung, um auch für die kommenden Saisonen den Neubefall zu verhindern.
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