Pflaumenwickler (Cydia funebrana)

- Pflaumenwickler mit Schadbild (© P. P. Kohlhaas/AGES, Wien)
Einleitung
Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) ist ein bedeutender tierischer Schaderreger an Zwetschken und Pflaumen. Bei Befall kommt es zu vorzeitigem Fruchtfall und geschädigte Früchte werden noch zusätzlich von Monilia befallen. Bei starkem Auftreten können daher erhebliche Ernteeinbußen verursacht werden.
Schadorganismus
Der Pflaumenwickler wird unter den Kleinschmetterlingen den Wicklern (Tortricidae) zugeordnet. Der Falter ist graubraun gefärbt und hat eine Flügelspannweite von etwa 14 mm. Es gibt jährlich bis zu drei Generationen, abhängig von den klimatischen Bedingungen. Die ausgewachsenen Raupen überwintern in Ritzen sowie unter Borkenschuppen am Baumstamm und auch im Boden. Je nach Witterung setzt etwa Ende April der Flug der Falter ein. Nach der Begattung legen die Weibchen ihre uhrglasförmigen Eier einzeln auf die Früchte ab. Nach einigen Tagen schlüpfen die Raupen und bohren sich in die Frucht ein. Die ausgewachsenen Raupen verlassen dann die Frucht und verpuppen sich in einem Kokon am Stamm oder im Boden. Im Juni setzt die Flugaktivität der zweiten Pflaumenwicklergeneration ein. In vielen Gebieten gibt es noch eine dritte Generation im August; hier besteht vor allem bei spät reifenden Sorten ein Befallsrisiko. Die Flugaktivität der Falter der einzelnen Generationen kann sich überlappen.
Symptome
Befallene Früchte faulen leicht, werden vorzeitig reif und fallen ab. Auffällig ist auch der Austritt von Gummifluss aus Löchern in den Früchten. Das Fruchtfleisch ist in der Umgebung des Kerns zerstört und dort sind deutlich Kotkrümel zu sehen. In Kernnähe befindet sich eine rötliche, braunköpfige, spärlich behaarte 16-füssige Raupe (Pflaumenmade).

- Ei des Pflaumenwicklers (© I-PGH/AGES, Wien)

- Pflaumenwickler-Raupe (© I-PGH/AGES, Wien)

- Pflaumenwickler-Raupe in Frucht (© I-PGH/AGES, Wien)
Wirtspflanzen
Pflaume und Zwetschke, gelegentlich auch an Marille und Pfirsich
Verbreitung
Pflaumenwickler treten weltweit an ihren Wirtspflanzen auf.
Vorbeugung und Bekämpfung
- Befallene Früchte regelmäßig aufsammeln und vernichten. Durch Anlegen von feinmaschigen Wellpappestreifen um die Stämme ab Juli können viele überwinternde Raupen gefangen und vernichtet werden.
- Behandlungen mit zugelassenen Insektiziden (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel); Entwicklungshemmende Präparate sind ab Beginn der Eiablage einzusetzen. Die genauen Behandlungstermine werden über Warndienstmeldungen bekannt gegeben. Die Beobachtung des Flugverlaufs ist mittels Pheromonfallen möglich. Behandlungstermine und Wartezeiten unbedingt einhalten!
- Eine weitere Bekämpfungsmöglichkeit ist die Verwirrungstechnik mittels Pheromonen.
- Bei starkem Fruchtansatz und niedrigem Befallsdruck kann man auf die Behandlung der ersten Generation verzichten, um eine Fruchtausdünnung zu erreichen.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
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