Die Pfirsichfruchtfliege
Einleitung
Die Pfirsichfruchtfliege (Bactrocera zonata) ist eine aus Asien stammende tropische Fruchtfliege, die wirtschaftlich sehr bedeutende Schäden an vielen verschiedenen Obstfrüchten und auch Gemüse verursacht. Die Früchte werden durch ihren Befall ungenießbar.
Sie ist von der EU als Quarantäneschadorganismus gelistet (RL 2000/29/EG).
Schadorganismus
Die Pfirsichfruchtfliege, Bactrocera zonata, gehört zur Familie der Fruchtfliegen (Tephritidae). Sie ist ca. 5 mm groß, rötlich-braun gefärbt mit gelbem Rückenschildchen und einem dunklen Fleck in der Flügelspitze. Die Weibchen legen die Eier unter die Haut der Früchte, wo nach 1 bis 3 Tagen die Fliegenlarven (Maden) schlüpfen und nur wenige Tage fressen, bevor sie sich auf den Boden fallen lassen und sich verpuppen. Abhängig von der Temperatur schlüpfen nach 1 bis 2 Wochen bereits die erwachsenen Fliegen. Da die Pfirsichfruchtfliege eine tropische Fruchtfliege ist, befindet sich ihre Optimaltemperatur zwischen 25 °C und 30 °C, während bei Temperaturen von 15 °C und darunter keine Entwicklung mehr erfolgt, allerdings ein Überleben möglich ist. Die Überwinterung erfolgt als Larve oder Puppe.
Symptome
Befallene Früchte zeigen Zeichen der Einstichstellen durch die Eiablage. Zusätzlich sieht man bei Früchten mit hohem Zuckergehalt, wie z. B. bei Pfirsichen, neben der Einstichstelle eine abgesonderte, erstarrte zuckerhaltige Flüssigkeit.
Wirtspflanzen
Als polyphage Fruchtfliege hat die Pfirsichfruchtfliege sehr viele verschiedene Wirtspflanzen. Die Hauptwirtspflanzen sind Guave (Psidium guajava), Mango (Mangifera indica) und Pfirsich (Prunus persica). Daneben sind auch Marille (Prunus armeniaca), Feige (Ficus carica), Zitruspflanzen (Citrus spp.) und Zimtapfel (Annona squamosa) bzw. insgesamt über 50 Wild- und Kulturpflanzen (Obst und Gemüse) bekannt, vor allem Pflanzen mit fleischigen Früchten.
Verbreitung
Die Pfirsichfruchtfliege stammt ursprünglich aus Asien (z. B. Indien, Bangladesh, Thailand, Pakistan), ist in den 80-er Jahren auf die Arabische Halbinsel und in den 90-er Jahren nach Afrika (Ägypten, Libyen, Mauritius und Réunion) eingeschleppt und etabliert worden.
Vereinzelt gab es Funde in Amerika (Kalifornien, Florida) und 2011 zum ersten Mal in Europa in Österreich (Wien).
Transport von befallenen Früchten (Handel, Tourismus) sind die Hauptgründe für ihre Verbreitung. Auch die Flugfähigkeit der Fliegen selbst trägt zur Verbreitung bei.
Bekämpfung
Da die Pfirsichfruchtfliege bisher noch nicht in Europa festgestellt wurde, gibt es derzeit auch keine spezifisch zugelassenen chemischen Pflanzenschutzmitteln in Österreich.
Üblicherweise werden Ködersprays angewendet, die die Weibchen anlocken und fangen. Hier wird ein Protein-Hydrolysat mit einem Insektizid kombiniert. Für Monitoringzwecke und zum Fang von Männchen werden Jackson- oder Steiner-Fallen verwendet, in denen Methyl-Eugenol als Lockstoff für die Männchen in Kombination mit einem Insektizid eingesetzt wird.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
- Die Goldgelbe Vergilbung der Rebe breitet sich aus
- Bodencheck
- Kirschessigfliege
- Amerikanische Rebenblattlaus
- Obstbau
- AGES-Warndienst
- Blattläuse
- Walnussfruchtfliege
- Archiv vor 2003
- Pflaumenwickler (Cydia funebrana)
- Traubenwickler
- Pflaumenwickler (Cydia funebrana)
- Traubenwickler
- Pflaumenwickler (Cydia funebrana)
- Kontakt
- Untersuchung
- Vorbeugung und Bekämpfung
- Verbreitung
- Wirtspflanzen
- Symptome
- Schadorganismus
- Einleitung
- Vektoren von Phytoplasmen
- überwinternde tierische Schaderreger
- Obstbau
- Weinbau
- Reblaus
- Plasmopara viticola
- Die Monilia
- Kleerüssler
- AGES: Amerikanische Rebzikaden heuer auch im Burgenland
- Walnussfruchtfliege in Österreich entdeckt
- Warndienst Pflanzengesundheit
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit