Die Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata)
Einleitung
Die ursprünglich aus Afrika stammende Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) ist mittlerweile durch Einschleppung weltweit verbreitet und zählt zu den bedeutendsten schädlichen Fruchtfliegenarten. Sehr viele verschiedene Obstfrüchte können befallen werden, wodurch großer wirtschaftlicher Schaden entsteht. Die Mittelmeerfruchtfliege ist zwar nicht von der EU als Quarantäneschadorganismus gelistet (RL 2000/29/EG), wird aber von der EPPO (Europäische und Mediterrane Pflanzenschutzorganisation) auf die EPPO A2-Liste gesetzt.
Schadorganismus
Die Mittelmeerfruchtfliege gehört zur Familie der Fruchtfliegen (Tephritidae). Die ca. 4 - 5 mm großen Fliegen sind gelblich-braun mit auffällig gefärbten Flügeln (gelbe und schwarze Streifen, Flecken und Punkte) und Bruststück (Thorax).
Die Weibchen legen die Eier unter die Haut reifender Früchte, aus denen nach 2 bis 4 Tagen die Larven schlüpfen und anschließend 6 bis 11 Tage in den Früchten fressen. Ein Weibchen kann bis zu 22 Eier pro Tag und 300 bis 800 Eier während ihres gesamten Lebens legen. Bei tropischen Bedingungen kann der gesamte Entwicklungszyklus in 21 bis 30 Tagen abgeschlossen werden, bei kälteren Temperaturen dauert die Entwicklung entsprechend länger. Erwachsene Fliegen können bis zu 6 Monate alt werden.
Temperaturen unter 0 °C kann die Mittelmeerfruchtfliege nicht überleben. Ungünstige Lebensbedingungen (Mangel an Futter, Wasser und extreme Temperaturen) werden im Puppenstadium überdauert. Daher erfolgt auch die Überwinterung als Puppe im Boden (in bis zu ca. 5 cm Tiefe), in Kompost- oder Müllhaufen oder an anderen geeigneten, geschützten Orten, wie z. B. in Lagerräumen.
Symptome
Bei befallenen Früchten können die punktförmigen Eiablage-Einstichstellen gesehen werden, in den Früchten die fressenden Maden.
Wirtspflanzen
Die Mittelmeerfruchtfliege ist eine sehr polyphage Fruchtfliege mit einem Wirtspflanzenspektrum von über 200 Pflanzenarten bzw. Früchten. In der europäischen Region zählen Pfirsich (Prunus persica) und andere Prunus-Arten (wie Marille, Zwetschke), Zitrusfrüchte (Citrus spp.), Birne (Pyrus communis), Apfel (Malus pumila), Feige (Ficus carica), Kiwi (Actinidia deliciosa), Avocado (Persea americana), Mango (Mangifera indica) und Mispel (Mespilus germanica) zu den bedeutendsten Wirtspflanzen.
Verbreitung
Die Mittelmeerfruchtfliege kommt ursprünglich aus dem tropischen Ostafrika, von wo sie sich in den mediterranen Raum und in Teile Mittel- und Südamerikas ausbreitete; inzwischen ist sie weltweit zu finden, auch in Europa und Österreich. Transport von befallenen Früchten (Handel, Tourismus) sind die Hauptgründe für ihre Verbreitung. Adulte Fliegen können bis zu 20 km weit fliegen, passive Verbreitung mit Wind kann über noch längere Distanzen erfolgen.
Bekämpfung
vorbeugende Maßnahmen:
Fallen mit chemischen Lockstoffen (vor allem mit Trimedlure) für das rechtzeitige Feststellen des Auftretens der Mittelmeerfruchtfliege.
direkte Maßnahmen:
mechanische Maßnahmen:
- Töten der Larven durch Kochen, Einfrieren, Pürieren der befallenen Früchte
- Einpacken der Früchte, um Eiablage zu verhindern
- Feldhygiene durch Vernichtung aller befallenen und unverkäuflichen Früchte
- wöchentliche Ernte der reifen Früchte, um dadurch potentiell vorhandene Nahrungsquellen (reife Früchte) für die Fliegen auf ein Minimum zu reduzieren
chemische Maßnahmen:
- derzeit noch keine vollständig wirksamen Pflanzenschutzmittel zum Spritzen verfügbar bzw. in Österreich gar keine spezifisch zugelassenen chemischen Pflanzenschutzmittel vorhanden
- Die Verwendung von Ködersprays (bestehend aus einer Proteinquelle mit einem Insektizid) zur Anlockung von Männchen und Weibchen) wird empfohlen.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
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