Apfelwickler (Cydia pomonella)

Apfelwickler (einzelne Entwicklungsstadien) und Schadbild (© P. P. Kohlhaas/AGES, Wien)

Einleitung
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) zählt zu den wichtigsten tierischen Schaderregern im Apfelanbau, ist aber auch in der Birnen- und Walnussproduktion bedeutend. Bei Befall kann er erhebliche Ernteausfälle verursachen. Nach Apfelwicklerschäden tritt oft noch Moniliafäule auf.

Schadorganismus
Der Apfelwickler oder die „Obstmade“ gehört unter den Kleinschmetterlingen zu den Wicklern (Tortricidae). Er hat bleigraue Vorderflügel, die von dunklen Bändern durchzogen sind und nahe der Flügelspitze einen dunklen, goldig glänzenden Fleck (Augenfleck) aufweisen. Die Hinterflügel sind einheitlich hellbraun, die Flügelspannweite beträgt ca. 20 mm. Je nach Klimabedingungen gibt es 2 Generationen pro Jahr, in warmen und trockenen Gegenden sind fallweise auch bis zu 3 Generationen möglich. In höheren Lagen und dort, wo die Temperaturen nicht erreicht werden, die für die Puppenentwicklung nötig sind, gibt es nur eine Generation. Die Flugdauer der ersten Generation beginnt im Mai und dauert bis Anfang August; sie überschneidet sich mit jener der zweiten Generation, die von Ende Juli bis Anfang September dauert. Der Flug findet vor allem bei trockenem, warmem und windstillem Wetter statt. Die Weibchen legen ihre Eier (silbrig glänzend) an Früchte und Blätter ab. Nach einigen Tagen, je nach Witterung, schlüpfen die Raupen, bohren sich durch die Vertiefung am Blütenansatz oder beim Stängel in die noch kleinen Früchte hinein und zerstören das Kerngehäuse durch ihre Fraßtätigkeit. Dabei hinterlassen sie Kot, der durch das Bohrloch nach außen quillt. Drei bis vier Wochen später verlassen sie die Frucht und spinnen sich in einem weißen Kokon unter Borkenschuppen und anderen Baumverstecken ein. Ein Teil der Raupen verpuppt sich und entwickelt sich zu den Faltern der zweiten Generation (etwa ab Ende Juli), die anderen gehen bereits in Diapause und überwintern. Die Eier der zweiten Generation werden an herangereiften Früchten abgelegt, die Raupen findet man in den reifen Früchten. Die älteren Raupen verlassen die Früchte über Spinnfäden und überwintern in einem Kokon, der sowohl in Rindenritzen am Stamm als auch im Boden sein kann. Erst im folgenden Frühjahr erfolgt die Verpuppung.

Apfelwickler (Cydia pomonella) (© I-PGH/AGES, Wien)
Apfelwickler-Raupe in Frucht (© C. Lethmayer/AGES, Wien)
Apfelwickler-Raupe im Kerngehäuse (© C. Lethmayer/AGES, Wien)

Symptome
Befallene Früchte werden notreif und fallen vorzeitig ab. An einer Stelle der Frucht zeigt sich ein Bohrloch, das mit Kotkrümeln gefüllt ist. Im Fruchtinneren befindet sich ein Fraßgang, der zum zerstörten Kerngehäuse führt, in dem sich meist noch die braunköpfige, zunächst gelblich weiße, später rötlich gefärbte 16-füssige Raupe (Obstmade) befindet, die bis zu 2 cm lang wird.

Typisches Symptom für Apfelwicklerbefall (© C. Lethmayer/AGES, Wien)
Apfelwickler-Schadbild (© C. Lethmayer/AGES, Wien)

Wirtspflanzen
Der Apfelwickler kommt an Apfel, Birne, Walnuss, gelegentlich auch an Marille, Pflaume, Pfirsich und Quitte vor.

Verbreitung
Der Apfelwickler ist weltweit verbreitet.

Vorbeugung und Bekämpfung

 

 

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