Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea)

Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) (© I-PGH/AGES, Wien)

Einleitung
Die Apfelsägewespe ist eine auf Apfelbäumen vorkommende Blattwespe, die besonders bei geringem Fruchtansatz erhebliche Ausfälle durch Befall verursachen kann.

Schadorganismus
Die Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) ist eine Vertreterin der Blattwespen (Tenthredinidae), ist etwa 7 mm lang mit glänzendem, schwarz-braunen Körper (ohne Wespentaille) und orangebraunen Beinen. Der Flug findet zur Blütezeit der Bäume statt (ab Ballonstadium bis kurz nach der Blüte). Die Wespen werden von den weißen Blüten angelockt und legen mit ihrem sägeartigen Legeapparat ihre Eier einzeln in die von ihnen angefertigten Ritzen in der Kelchregion der Blüten. Jedes Weibchen legt etwa 20 Eier. Die weißliche Sägewespenlarve (mit brauner Kopfkapsel) schlüpft etwa gegen Blütenende und befällt nacheinander bis zu fünf Früchte. Eine einzige Sägewespenlarve kann also ein ganzes Fruchtbüschel zerstören. Nach drei bis vier Wochen Fraßaktivität lassen sich die ausgewachsenen Larven zu Boden fallen und überwintern dort in der oberen Bodenschicht. Die Verpuppung erfolgt erst im darauf folgenden März.

Apfelsägewespe (Käfer, Larve) und Schadbild (© P. P. Kohlhaas/AGES, Wien)

Symptome
Während der Blütezeit kann mit der visuellen Kontrolle der Befall festgestellt werden; die Schadensschwelle liegt bei 5 – 10 Einstichkanälen pro 100 Blütenbüschel.
Die jungen Apfel-Früchte zeigen bald nach der Blüte einen violetten Fraßgang unter der Schale, der später als bogenförmige, braune Verkorkung an der reifen Frucht erkennbar ist. Wenig später findet man junge Früchte mit Bohrlöchern (bis ins Kerngehäuse), aus denen jauchiger Kot austritt. Diese Früchte fallen vorzeitig ab.

Verkorkter Fraßgang an Frucht (© C. Lethmayer/AGES, Wien)
Weißtafel (© I-PGH/AGES, Wien)

Wirtspflanzen
Die Apfelsägewespe kommt an Apfelbäumen vor.

Verbreitung
Der Apfelsägewespe ist weltweit an Apfel verbreitet.

Vorbeugung und Bekämpfung
Voraussetzung zur Anwendung für zu diesem Zweck zugelassene Pflanzenschutzmittel (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) ist der richtige Behandlungstermin. Der optimale Bekämpfungszeitpunkt ist das Schlüpfen der Larven aus den Eiern. Dieser Termin fällt meistens mit dem Abfall der Blütenblätter zusammen. Man kann den Verlauf der Eientwicklung und den beginnenden Eischlupf auch durch Eikontrollen mit der Lupe direkt beobachten. Mit beleimten Weißfallen kann die Flugaktivität der Wespen festgestellt werden. Die Fallen sollten etwa eine Woche vor dem Aufblühen ausgebracht werden (im äußeren Kronenbereich, sonnseitig, in etwa 1,8m Höhe). Um nicht unnötig viele andere Organismen, insbesondere Nützlinge, zu fangen, sollte man die Tafeln etwa eine Woche nach Blühende wieder entfernen. Werden keine Sägewespen gefangen, braucht man keinen Sägewespenschaden zu befürchten (Negativprognose). Bei chemischen Behandlungen ist auf eine gründliche Benetzung, auf den unterschiedlichen Blühverlauf der verschiedenen Sorten (unterschiedliche Eiablagetermine!) sowie auf den Schutz der Bienen zu achten!

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)