Schadorganismus

- Männchen des westlichen Maiswurzelbohrers (© P. Cate/AGES, Wien)
Der (westliche) Maiswurzelbohrer, Diabrotica virgifera virgifera (Le Conte), gehört zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae), wie z.B. auch der Kartoffelkäfer oder das Getreidehähnchen. Auf dem amerikanischen Kontinent sind hunderte Arten der Gattung Diabrotica bekannt, in Europa kommt jedoch nur diese einzige Art vor. In Nordamerika können - neben dem hier beschriebenen - „Western corn rootworm“ noch drei weitere Diabrotica-Arten an Mais schädlich werden.
Die etwa 5 - 6 mm langen Käfer haben einen schwarzen Kopf mit dunklen, fast körperlangen Fühlern, einen gelben Halsschild und schwarze Deckflügel mit seitlich gelegenen, gelben Streifen. Diese variieren in ihrer Breite bzw. fehlen auch manchmal. Der Hinterleib und die Beine sind gelb, letztere können stellenweise angedunkelt bis fast gänzlich dunkelbraun sein. Die Käfer krabbeln auf den Maispflanzen flink umher und können auch gut fliegen.

- Diabrotica-Ei (© A. Kahrer/AGES, Wien)
In unseren Breiten treten die ersten Käfer ab Mitte Juni auf, die Hauptflugzeit erstreckt sich von Anfang Juli bis Anfang September. Der Käferflug endet mit den ersten Frösten im Oktober. Nach der Befruchtung führen die Weibchen zunächst einen zweiwöchigen Reifungsfraß an Blättern, Narbenfäden, Pollen und milchreifen Körnern der Maispflanzen durch. Danach legen sie durchschnittlich 300 – 400 Eier im Boden von Maisfeldern in einer Tiefe von 5 – 20 cm ab, benachbarte Felder können bis zu einer Entfernung von etwa 10 m vom Feldrand ebenfalls betroffen sein.
Die ovalen, beigefarbenen Eier sind etwa 0,6 mm groß und mit freiem Auge nicht sichtbar. Der Maiswurzelbohrer überwintert im Eistadium, eine Winterruhe von 3 – 4 Monaten ist für die weitere Entwicklung unerlässlich.

- Larve des Maiswurzelbohrers im dritten Stadium (© A. Kahrer/AGES, Wien)
Die 3 Stadien der Larvalentwicklung sind nach etwa 3 - 4 Wochen abgeschlossen. Die schlanken, weißlichen Larven haben 3 Beinpaare. Die Kopfkapsel und der Chitinschild am Hinterende sind braun. Die Größe variiert je nach Stadium zwischen 3 und 15 mm. Die ersten Larven können bereits Ende April schlüpfen, der Höhepunkt des Larvenauftretens liegt in den Monaten Mai und Juni. Nach ihrer Fraßzeit verpuppen sich die Larven im Boden in ovalen Erdkokons. Die weißliche, 3 - 4 mm lange Puppe lässt schon die Form des zukünftigen Käfers erkennen. Dieser arbeitet sich nach einer etwa einwöchigen Puppenruhe zur Bodenoberfläche vor. Der Maiswurzelbohrer hat eine Generation pro Jahr. Die Dauer der einzelnen Entwicklungsabschnitte des Schädlings ist von der Temperatur abhängig. Je nach Witterung kann sich daher z.B. der Zeitpunkt des Larvenschlupfs aus den Eiern im Frühjahr, die Dauer der Larven- und Puppenentwicklung oder die Flugzeiten der Käfer um mehrere Wochen verschieben.
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