Topinambur (Helianthus tuberosus)
Pflanzenmerkmale
Topinambur (Familie: Asteraceae, Korbblütler) ist eine 1–3 m hohe Staude mit grünem, rundlichem und rauhaarigem Stängel, der nur im oberen Bereich verzweigt ist. Die Blätter sind im unteren Teil gegenständig, oben wechselständig, gestielt, breit eiförmig, gegen vorne zugespitzt und grob gezähnt sowie oberseits rau-, unterseits weichhaarig. Die Blütenköpfe sind in einer lockeren Rispe angeordnet. Ein Blütenkopf (Durchmesser: 3–8 cm) hat am Rand relativ große, gelbe Zungenblüten und in der Mitte kleine, gelbe Röhrenblüten. H. tuberosus hat unterirdische Ausläufer, die in länglich-spindelförmigen oder rundlichen Knollen enden. H. tuberosus vermehrt sich ausschließlich vegetativ und dies erfolgt mit Hilfe ihrer Sprossknollen. Diese werden häufig mit Erdtransporten und Gartenabfällen durch den Menschen verbreitet. Die Knollen sind essbar.
Standort und Verbreitung
Der Topinambur ist im östlichen Nordamerika heimisch. Die Art kam um 1600 als Gemüsepflanze nach Europa. Sie ist überall in Österreich verbreitet und wird heute als beliebte Gartenpflanze kultiviert. Außerhalb der Gärten kommt H. tuberosus an Ruderalstellen, Böschungen, an Straßen- und Waldrändern und in Flussauen vor.
Auswirkungen
Entlang von Fliessgewässern und in der Landwirtschaft kann die Pflanze ökologische und ökonomische Schäden verursachen.
- Eindringen in natürliche Vegetationstypen: Große Dominanzbestände entwickeln sich vor allem in Ufersäumen, besonders in gehölzfreien Abschnitten. Durch Beschattung werden andere Pflanzenarten zurückgedrängt.
- Behinderung der Verjüngung von Gehölzen in Auwäldern.
- Erhöhung der Erosionsgefahr: H. tuberosus stirbt im Winter bis auf die Sprossknollen ab und durch die geringe Feinwurzelbildung wird das Erdreich bei Überschwemmungen nur ungenügend abgesichert.
- Topinambur tritt auch als Unkraut in landwirtschaftlichen Kulturen auf und kann aufgrund einer hohen Konkurrenzwirkung gegenüber der Kulturpflanze Ertragsverluste verursachen.
Vorbeugung und Bekämpfung
In der Nähe von Gewässern und landwirtschaftlichen Flächen sollte das Ausbringen von Gartenabfällen mit Topinamburknollen vermieden werden. Für Gärten stehen auch zahlreiche Alternativen zur Verfügung (u. a. Helianthus decapetalus, Helenium spp. oder Inula salicina).
Topinambur lässt sich relativ gut bekämpfen:
- Junge Pflanzen können im Frühjahr mitsamt den Knollen relativ leicht aus dem feuchten Boden gezogen werden.
- Zweimaliges Mulchen oder Mähen (Ende Juni und August) über zwei Jahre hinweg. Möglich ist auch ein einmaliges Mulchen mit anschließendem Fräsen Ende Juni/Anfang Juli. Wichtig ist die begleitende Pflanzung von standortgerechten Sträuchern und Bäumen.

- Topinambur tritt auch als Unkraut in landwirtschaftlichen Kulturen auf. (© S. Follak/AGES, Wien).
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Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
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