Staudenknöteriche (Fallopia spp.)
Reynoutria japonica (Japan-Knöterich), Reynoutria sachalinensis (Sachalin-Knöterich), Reynoutria X bohemica (Bastard-Knöterich)
Pflanzenmerkmale
Der Japan-Knöterich (Familie: Polygonaceae, Knöterichgewächse) ist eine bis zu 1-3 m hohe zweihäusige Staude mit kräftigen, kahlen, hohlen Stängeln, die meist dunkelrot angelaufen sind. Charakteristisch sind die dicken Rhizome. Die Pflanze bildet aus den Rhizomen zahlreiche Blatttriebe. Die Blätter sind wechselständig und haben eine familientypische Ochrea. Die Blätter sind breit-eiförmig (maximal 20 cm lang), am Ende schmal zugespitzt und am Grunde rechtwinklig gestutzt oder leicht gerundet. Die Blütenstände sind vielblütig, die Blüten klein und weiß. Die Früchtchen sind dreikantig und geflügelt. Der Sachalin-Knöterich wird bis zu 4 m hoch. Im Gegensatz zum Japan-Knöterich sind die Blätter bis zu 40 cm groß und die Blattspreite ist am Grunde herzförmig abgerundet. Der Bastard-Knöterich nimmt in vielen Merkmalen eine Zwischenstellung ein. Die Verbreitung der Staudenknöteriche erfolgt vorwiegend vegetativ, indem Rhizomstücke durch Fliessgewässer oder den Menschen verschleppt werden.
Standort und Verbreitung
Große Bestände entwickeln sich vor allem an gehölzfreien Uferabschnitten oder auch unter dem Schirm von uferbegleitenden Gehölzen. Der Japan-Knöterich dringt in Staudenfluren ein. Häufig ist er auch auf urban-industriellen Brachflächen (Bahnanlagen), an Straßenrändern, Böschungen. In Wäldern ist er weniger starkwüchsig, kann hier aber auch bei genügend Licht dauerhaft vorkommen. Der Japan-Knöterich stammt aus den ozeanisch geprägten Gebieten in Ostasien (in China, Japan und Korea weit verbreitet). Die Art wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in Europa als Zierpflanze eingeführt. Seit etwa 1950 erfolgt eine sprunghafte Ausbreitung.
Auswirkungen
Für den Naturschutz sind vor allem die Bestände an den Ufern kleinerer Fließgewässer bedeutend. Die Bestände der Staudenknöteriche sind sehr geschlossen und lassen das Wachstum anderer Pflanzen nur sehr begrenzt zu. Dies führt zu einer gewissen Veränderung des Landschaftsbildes und zu punktueller Verdrängung einheimischer Arten (u.a. Pestwurz, Brennnessel und Zaunwinde). Auch kommt es zu einer Erhöhung der Erosionsgefahr an Uferabschnitten, denn die Staudenknöteriche sterben im Winter ab und durch die geringe Feinwurzelbildung wird das Erdreich bei Überschwemmungen nur ungenügend abgesichert. Die wirtschaftlichen Folgen der Staudenknöterich-Arten betreffen direkte Schäden an Gebäuden und Uferbefestigungen und Bekämpfungskosten an Ufern, auf Gleisanlagen und in Bauland.
Vorbeugung und Bekämpfung
Zur Prävention sollte auf jede Anpflanzung der ostasiatischen Knöterich-Arten verzichtet werden. Dies gilt vor allem für Flächen, die in der Nähe von Gewässern liegen. Das unbeabsichtigte Ausbringen mit Erde, Baumaterial und –maschinen, Gartenabfällen sollte vermieden werden. Eine Bekämpfung kann aus Naturschutzgründen oder aus wasserbaulichen Überlegungen sinnvoll sein. Durch Mahd (bis zu 8-mal im Jahr) können die Knöterich-Arten zurückgedrängt werden. Das Ausgraben von Rhizomen ist wenig sinnvoll, da die Rhizome bis zu 2 m tief in den Boden wachsen. Bei frisch angeschwemmten oder deponierten Pflanzenteilen, die im Begriff sind anzuwachsen, besteht jedoch die Chance, sie durch Ausgraben zu beseitigen. Eine weitere Möglichkeiten ist die Beschattung durch Gehölze (z.B. Uferverbau mit Weidenspreitlagen).

- Die Blätter des Japan-Knöterichs sind am Ende schmal zugespitzt und am Grunde rechtwinklig gestutzt

- Die Blätter des Sachalin-Knöterichs sind am Grunde herzförmig abgerundet

- Die Blütenstände des Japan-Knöterichs sind vielblütig und die Blüten sind klein und weiß.
Bilder: © S. Follak/AGES, Wien
AGES
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