Robinie (Robinia pseudoacacia)

Pflanzenmerkmale
Die Robinie (Familie: Fabaceae, Schmetterlingsblütler) ist ein ca. 30–40 m hoher sommergrüner Baum mit lockerer Krone und tief gefurchter, graubrauner Rinde. Die Triebe sind mit Dornen besetzt. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und die Teilblätter sind ganzrandig und etwa 3–5 cm lang. Die Blüten sind weiß, duftend und in hängenden Trauben. Die Früchte sind Hülsen, ca. 4–10 cm lang, mit rundlichen Samen. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.

Standort und Verbreitung
Die Robinie bevorzugt trocken-warme Standorte, und zwar Wegränder, Ödland, Schuttplätze und Waldlichtungen.  R. pseudoacacia ist ein Baum mit Pioniereigenschaften: Windverbreitung der Samen, Aufbau einer persistenten Samenbank, hohes Regenerationsvermögen durch Stockausschlag und Wurzelausläufer. Als Schmetterlingsblütler kann die Robinie mit ihren Wurzelknöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Die Anforderungen an die Keimung sind unspezifisch, aber zur Etablierung der Keimlinge wird viel Licht benötigt. Die ursprüngliche Heimat der Robinie ist Nordamerika. Sie gelangte Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa. Der früheste Nachweis der Robinie für Europa stammt aus England (1634). Die weitere Verbreitung über Mitteleuropa ging schnell, denn bereits im frühen 18. Jahrhundert wurde sie großflächig zur forstlichen Holzproduktion kultiviert. Die Robinie besiedelt in Österreich trocken-warme Forst- und Waldgesellschaften, besonders Waldränder und Verkehrswege. Auf städtischen Brachflächen (z. B. Bahnanlagen) kann sie zur bestimmenden Baumart werden. Besonders häufig tritt sie im pannonischen Raum auf.

Auswirkungen
Von besonderer Bedeutung ist das Eindringen in natürliche Vegetationstypen.  Die Robinie kann weit reichende Veränderungen in der Vegetation auslösen, und zwar durch das Aufwachsen in zuvor gehölzfreien Biotopen und durch Eutrophierung die Standortsqualität und die Sukzessionsrichtung deutlich verändern (betroffen sind insbesondere Offenlandbiotope, wie Sandtrocken- und Kalkmagerrasen).

Vorbeugung und Bekämpfung
In ihrer Heimat wird die Robinie im Laufe der Sukzession bereits nach 20–30 Jahren von schattenverträglichen Baumarten abgelöst.  Derartige Verdrängungs- und Degenerationserscheinungen alter Robinien- Rein- bzw. Mischbeständen konnten bisher in Mitteleuropa nicht beobachtet werden. Grundsätzlich gibt es noch keine befriedigende Lösung zur Bekämpfung der Robinie.

Möglich sind:

  • Fällen der Bestände – langwierig und kostenintensiv ist das endgültige Entfernen der nach dem Fällen auftretenden Wurzelbrut.
  • Ringelmethode – unzureichend durchgeführt kann das Problem verschlimmern: auf Verletzung des Stammes reagiert die Robinie mit verstärktem Stockausschlag.

Bekämpfungsmaßnahmen sollten daher auf Situationen konzentriert werden, in denen noch weitgehend intakte, schutzwürdige Biotope (z.B. Trockenrasen) durch beginnende Besiedlung bedroht sind oder in direkter Nähe von Robinien liegen. Zur Vorbeugung sollte die Art in Reichweite gefährdeter Vegetationstypen und Offenlandbiotope nicht angepflanzt werden.

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