Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Pflanzenmerkmale
Die Kanadische Goldrute (Familie: Asteraceae) ist eine mehrjährige Staude mit unterirdischen Ausläufern. Die Stängel sind dicht beblättert und unverzweigt und ca. 60-200 cm hoch. Die Blätter sind 8-10 cm lang und 1-1,5 cm breit und werden nach oben kleiner. Sie sind lanzettlich, scharf gesägt sowie unterseits behaart. Die Pflanze hat goldgelbe Blüten in kleinen Köpfchen (3-5 mm Durchmesser). Der Blütenstand ist eine pyramidenförmige Rispe mit gekrümmten Ästen. Blütezeit ist von August bis Oktober.

Standort und Verbreitung
Große Bestände kommen in aufgelassenen Gärten, Waldlichtungen, Wegrändern, Kiesgruben, aber auch auf ruderalen Standorten wie urban-industriellen Brachflächen, Bahn- und Straßenböschungen, Halden Straßen- und Bahnböschungen vor. Die Kanadische Goldrute gehört zu den ältesten aus Nordamerika eingeführten Garten- und Zierpflanzen (ca. 1648). Die Art wurde aber auch als Bienenweide kultiviert, deshalb konnte sie sich so rasch in der freien Landschaft ausbreiten. In Österreich ist die Kanadische Goldrute von der Ebene bis ins Hügelland und den Voralpen sehr häufig zu finden.

Auswirkungen
Diese Goldrutenart ist sehr konkurrenzfähig und neigt durch ihre starke vegetative Vermehrung mit Ausläufern zur Ausbildung artenarmer Bestände. Die Kanadische Goldrute bildet durch klonales Wachstum ihrer Rhizome dichte Bestände, die über 300 Sprosse/m² aufweisen können. Besonders problematisch ist das Eindringen in schützenswerte Habitate, wie u. a. Halbtrockenrasen und Feuchtwiesen. Die Fernausbreitung erfolgt über Rhizomfragmente die u. a. mit fließendem Wasser oder mit ausgebrachten Gartenabfällen ausgebreitet werden und generativ über die flugfähigen Samen. Positiver Effekt: Die Blüten bieten im blütenarmen Spätsommer zahlreichen Wildbienen, Tagfaltern und Schwebfliegen Nahrung.

Vorbeugung und Bekämpfung
Eine Zurückdrängung der Goldruten ist nicht realistisch und auch ihre Auswirkungen auf die Natur rechtfertigt dies nicht. Sinnvoll sind nur punktuelle Kontroll- sowie Vorbeugungsmaßnahmen, um den Naturschutzwert bestimmter Standorte zu erhalten oder wiederherzustellen, denn die Maßnahmen sind sehr aufwendig und kostenintensiv. Grundsätzlich gilt es, die Samenbildung zu unterdrücken und die Rhizome zu schwächen bzw. zu zerstören (die besten Ergebnisse sind naturgemäß mit händischem Ausreißen zu erzielen). Durch Mahd können Goldruten langfristig zurückgedrängt werden. Der Schnitt sollte möglichst tief geführt werden (auf feuchten nährstoffeichen Böden ist ein einmaliges Mähen oder Mulchen Ende Mai/Anfang Juni oftmals ausreichend, zweimalige Mahd im Mai und August (vor der Blüte) auf Feuchtwiesen und Halbtrockenrasen). Zur Prävention sollte auf jede Anpflanzung der Goldrute in Gärten verzichtet werden.

Nachhaltige Pflanzenproduktion

Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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