Götterbaum (Ailanthus altissima)

Pflanzenmerkmale
Der Götterbaum (Familie: Simaroubaceae, Bittereschengewächse) ist ein bis 30 m hoher sommergrüner Baum mit einer charakteristischen Rinde (rautenförmige Lentizellen). Die Blätter sind unpaarig gefiedert ca. 40–90 cm lang, und die 9–25 lanzettlichen Teilblätter sind von etwa 10 cm Länge, ganzrandig und mit Drüsen auf der Blattunterseite versehen. Die Blüten sind gelblich-weiß, in 10–20 cm langen Rispen. Die Früchte sind flügelförmig gedreht (3–5 cm lang). Blütezeit ist Juni bis Juli. A. altissima kann dank seiner Pioniereigenschaften ein breites Spektrum anthropogener Standorte (Bahnanlagen, Ruderalstandorte, Pflasterritzen) besiedeln und auch langfristig gegen Konkurrenz einheimischer Arten bestehen. Die Art zeichnet sich aus durch eine hohe Diasporenproduktion, rasches Jugendwachstum, Festigung der Bestände durch starke Polykormonbildung und hohe Regenerationsfähigkeit nach Störungen.

Standort und Verbreitung
Der Götterbaum ist in Österreich insbesondere in den großen Städten Wien, Linz und Graz stark verbreitet. Ursache ist der „Wärmebonus“ des Stadtklimas, das mit erhöhten Durchschnittstemperaturen, geringeren Temperaturminima und insgesamt längerer Vegetationsperiode aufwartet. Weitere Vorkommen befinden sich im klimatisch begünstigen pannonischen Raum. Die Art ist charakteristisch für Standorte wie Schuttstellen, Bahnanlagen, Industrieareale, Ruinen, Mauern, Rabatten, Gartenanlagen, Gebüsche und Blumenwiesen. A. altissima stammt vermutlich aus Süd- und Ostasien. Die Art wurde erstmals um 1850 in Österreich als Zier- und Forstbaum genutzt.

Auswirkungen
In den Städten ist das Vorkommen des Götterbaums eher lästig. Durch die Fähigkeit sich auch in bebauten (versiegelten) Gebieten auszubreiten, können aber auch Schäden an Häuern und befestigten Wegen entstehen. Von größerer Bedeutung ist das Eindringen in natürliche Vegetationstypen. Dort kommt es durch den Aufbau stark beschattender Bestände zur Verdrängung einheimischer Arten (betroffen sind Halbtrockenrasen, Trockenwälder, aber auch Auenlandschaften).

Vorbeugung und Bekämpfung
Zur Vorbeugung sollte die Art zur Begrünung urbaner Standorte und Gärten nicht mehr gepflanzt werden. Im städtischen Bereich stehen Alternativen als Straßenbaum zur Verfügung, allerdings kann wahrscheinlich auf diese Art aufgrund der Dürreresistenz bei Klimaänderungen nicht ganz verzichtet werden. A. altissima sollte aber nicht in der freien Landschaft angepflanzt werden. Die Bekämpfung ist langwierig und wegen der ausgeprägten Regenerationsfähigkeit durch Kahlschläge schwierig. Für eine vollständige Entfernung wird der Götterbaum seit einigen Jahren erfolgreich durch Ringelung in den Donauauen bekämpft, die in wenigen Jahren zum Absterben der Bestände führt.

Literatur:
Kowarik I & R Böcker (1984): Zur Verbreitung, Vergesellschaftung und Einbürgerung des Götterbaumes (Ailanthus altissima [Mill.] Swingle) in Mitteleuropa. Tuexenia 4, 9-29.

Typischer Standort des Götterbaums im urbanen Raum: Hauswände, Pflasterritzen (© S. Follak/AGES, Wien)
Rautenförmige Lentizellen auf der Rinde des Götterbaums (© S. Follak/ AGES, Wien

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