Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
Pflanzenmerkmale
Das Drüsige Springkraut (Familie: Balsaminaceae, Balsaminengewächse) ist eine bis zu 2 m hohe, einjährige Pflanze. Die Blätter sind gegenständig und im oberen Stängelteil oft quirlig (meist 3 Blätter) angeordnet, schmal lanzettlich und scharf gezähnt sowie ca. 10-25 cm lang. Am Blattstiel sind bis zu 3 mm langen Drüsen zu finden. Die Blüten sind rot, rosa oder weiß und mit einem Sporn versehen und die Früchte sind bis 5 cm lang. Blütezeit ist von Juli bis September. Eine Pflanze kann über 4000 Samen produzieren. Durch einen Schleudermechanismus werden die Samen bis zu einer Entfernung von 7 m verstreut. Mit fließendem Wasser werden die Samen über weite Distanzen verbreitet, und auch Sprossteile können so verdriften. Dank einer hohen Regenerationsfähigkeit können die Sprossteile zu ganzen Pflanzen heranwachsen. Des Weiteren haben die Samen eine hohe Keimfähigkeit von bis zu 80 % und von der Keimung bis zur Blüte vergehen nur knapp 12 Wochen.
Standort und Verbreitung
Die Vorkommensschwerpunkte liegen in den Auen- und Uferbereichen größerer (oft auch siedlungsferner) Fließgewässer. Hier kann die Pflanze hochwüchsige, dicht schließende und oft saumartige Bestände bilden. Betroffen sind besonders submontan-montan bzw. kühl-feuchte Regionen. Daneben gibt es reiche Vorkommen an Waldrändern und in offenen Gehölzbeständen (z. T. waldwegbegleitend). Das Drüsige Springkraut stammt ursprünglich aus dem westlichen Himalaja und wurde als Garten- und Bienenpflanze zuerst nach England und dann auch in andere Länder Europas eingeführt. In Österreich ist die Art in allen Bundesländern verbreitet.
Auswirkungen
Über Auswirkungen (Verdrängung einheimischer Arten, Förderung der Erosion an Uferbereichen) gibt es eine geteilte Ansicht. Die großflächigen Dominanzbestände von I. glandulifera suggerieren zumeist Verdrängungscharakter. Die Bestände sind aber starken Fluktuationen unterworfen (so führen Spätfröste zu einer starken Reduzierung des Auftretens) und deshalb nicht in der Lage (ausdauernde) heimische Arten auf Dauer zu verdängen. Auf Tiere hat die Pflanze vor allem positive Wirkungen, denn das reiche Nektarangebot macht sie zu einer hochattraktiven Pflanzen für Blütenbesucher (Bienen, Hummeln).
Vorbeugung und Bekämpfung
Vorbeugend sollte auf die weitere Anpflanzung verzichtet werden (insbesondere als Bienenweide). Das Drüsige Springkraut kann leicht ausgerissen werden – am besten kurz vor der Blütenbildung, spätestens aber vor der Samenreife. Darüber hinaus können Flächen mit großflächigem Besatz dieser Art auch gemäht werden, und zwar so tief wie möglich, am besten bei Erscheinen der ersten Blüten im Juli.

- Durch einen Schleudermechanismus können die Samen über mehrere Meter verstreut werden (© S. Follak/AGES, Wien)
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