Triebsterben an Buchsbaum (Cylindrocladium buxicola)
Einleitung
In den letzten Jahren hat sich in Deutschland, vor allem in Nord-Deutschland, eine neue Krankheit an Buchsbaumarten immer stärker bemerkbar gemacht. Nun tritt diese Krankheit – ein Triebsterben, verursacht durch den Pilz Cylindrocladium buxicola, - verstärkt auch in Österreich auf. Vor allem die teilweise hohe Feuchtigkeit zwischen Juni und August und die warmen Temperaturen dürften die Ausbreitung des Erregers begünstigt haben.
Schadorganismus
Pilze aus der Gattung Cylindrocladium sind eher bekannt als Wurzelfäuleerreger bei Zierpflanzen aber auch bei zahlreichen Forstpflanzen. Cylindrocladium buxicola allerdings infiziert die Pflanzen über die Blätter. Hierfür kann der Pilz selbst die gesunde Kutikula überwinden, das heißt Verletzungen sind für eine erfolgreiche Infektion nicht notwendig. An Feuchtigkeit sind 5 bis 7 Stunden Blattnässe ausreichend und bereits nach 3 Stunden mit hoher Luftfeuchte keimen die Sporen aus. Auch an die Temperatur stellt er keine hohen Ansprüche, bereits ab 5°C beginnt der Pilz zu wachsen. Sein Temperaturoptimum liegt bei 25°C. Große Hitze verträgt Cylindrocladium buxicola nicht. Ab 30°C stellt er sein Wachstum ein und bei Temperaturen über 33°C wird der Pilz abgetötet. Seine Chlamydosporen können aber selbst in abgestorbenem Pflanzenmaterial mindestens 4 Jahre überdauern.
Die Konidien weisen die für die Pilze der Gattung Cylindrocladium typische Form auf. Sie sind einfach septiert, an beiden Enden abgerundet und zylindrisch. Ihre Länge beträgt 42 – 68 µm und ihre Breite etwa 4 - 6 µm. Die sterilen Fortsätze der Konidienträger sind 95–155 μm lang. Auf Nährmedium (PDA, MA) beträgt sein Wachstum ca. 2 cm pro Woche. Zu Beginn sind die Kolonien im Zentrum braun gefärbt und werden zum Rand hin immer heller. Die Konidienbildung beginnt etwa nach 7 Tagen.
Symptome
Die Symptome sind markant. Zunächst findet man auf den jüngeren Blättern kleine bräunliche Flecken, die einen dunklen Rand aufweisen. Mit Fortschreiten der Krankheit verfärbt sich das ganze Blatt braun, es kommt zu einem Blattfall und ganze Triebe sterben ab. Bei ausreichender Feuchtigkeit bildet sich ein weißer Sporenbelag auf den Blattunterseiten. An den Trieben bilden sich sehr dunkele, ja fast schwarz gefärbte, strichförmige Läsionen.
Wirtspflanzen
Befallen werden nur Arten der Gattung Buxus. Untersuchungen haben gezeigt, dass es bei verschiedenen Arten und Sorten Unterschiede in der Anfälligkeit gibt. So gilt beispielsweise Buxus sempervirens ´Suffruticosa´ als hoch anfällig Buxus sempervirens ´Blauer Heinz´ als anfällig. Besonders gefährdet sind dicht gepflanzte Beeteinfassungen sowie zu Kugeln oder Figuren geschnittene Pflanzen, da sich hier die Blattnässe besonders gut und lange halten kann.
Verbreitung
In Europa wurde Cylindrocladium buxicola in Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich nachgewiesen. Auch von Neuseeland gibt es Meldungen über das Vorkommen dieses Erregers.
Vorbeugung und Bekämpfung
Neben der Standort- und Sortenwahl sollte man unbedingt hohe Feuchtigkeit im Bestand vermeiden. Das heißt, Einzelpflanzen oder Beeteinfassungen nur von unten gießen. Vor allem bei warmer Witterung (ca. 25°C) vor allem in Baumschulen keine Beregnung durchführen. Bei Schnittmaßnahmen sollten die Werkzeuge unbedingt desinfiziert werden.
Erkrankte Pflanzen müssen, je nach Befallsstärke, entweder vernichtet oder radikal zurückgeschnitten werden. Die entfernten Pflanzen, das Schnittgut und das Falllaub müssen vernichtet und dürfen nicht kompostiert werden.
Literatur
Thomas Brand, Nachrichtenbl. Deut. Pflanzenschutzd., 57 (12), S. 237–240, 2005, ISSN 0027-7479.
EPPO, 2005: Cylindrocladium buxicola – A new leaf and twig blight of Buxus. EPPO Alert List, EPPO RS 2004/123
http://www.eppo.org/ QUARANTINE/Alert_List/fungi/Cylindrocladium_buxicola.htm

- Triebsterben an Buxbaum

- Typische schwarz gefärbte Läsionen an den Trieben
Bilder: © G. Bedlan/AGES, Wien
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