Thrips palmi (Palmthrips, Melonenthrips)

GESETZLICHE REGELUNG:
Thrips palmi ist gemäß Anhang I A I der EU–Richtlinie 2000/29/EG (Pflanzenschutzgesetz 2011) als Quarantäneschadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verboten ist.

Biologie und Schadbild
Thrips palmi gehört zur Insektenordnung der Fransenflügler und stammt ursprünglich aus Südasien, hat sich mittlerweile aber in vielen tropischen Ländern ausgebreitet. In Mitteleuropa könnte er im Gewächshaus leben, da er kalte Winter nicht überdauern kann. Es handelt sich um etwa 1 mm lange, sehr schmale Insekten, die zwei Paar durchsichtige, beborstete, schwertförmige Flügel tragen, die in Ruhe dem Körper anliegen. Ihre Färbung ist gelb, lediglich die Fühlerspitzen sind bräunlich verdunkelt. Typische Merkmale sind die Art der Beborstung des Halsschildes, des ersten Hinterleibssegmentes, der Flügel sowie eine 7-gliedrige Antenne. Bei der Flucht können Thripse gut springen und auch fliegen. Um größere Distanzen zu überwinden, lassen sie sich von bewegten Luftmassen mittragen. Durch ihre Kleinheit und Biegsamkeit sind sie auch in der Lage, sich in verschiedenen natürlichen Spalträumen von Pflanzen aufzuhalten (Kelchspalt, Blüten u. a.). Als Mundwerkzeuge dienen kurze Stechborsten, die aus der kegelförmigen Mundöffnung ins Pflanzeninnere vorgestoßen werden. Dies befähigt sie, oberflächlich gelegene Pflanzenzellen, aber auch Pollen auszusaugen. Bei der Nahrungsaufnahme bevorzugen sie junges Gewebe, wahrscheinlich auch deshalb, weil es weicher ist und sich leichter anstechen lässt.
Sie saugen Einzelzellen ihrer Wirtspflanzen aus und erzeugen keinen Honigtau wie Blattläuse, sondern setzen lediglich bräunliche oder grünliche Kottröpfchen ab, die dann eintrocknen. Das Hinterende der Weibchen trägt einen Legebohrer zum Einstechen der Eier in Pflanzengewebe. Die Eier selbst sind durchsichtig, und im Pflanzengewebe praktisch unsichtbar. Gelegentlich kommt es als Reaktion der Pflanzen auf den Einstich zur Ausbildung brauner Verkorkungen, die dann leicht zu erkennen sind. Die Larven haben eine ähnliche Körperform, wie die Erwachsenen, besitzen jedoch keine Flügel und tragen geringelte Antennen. Es gibt zwei bewegliche Larvenstadien, eine unbewegliche Pronymphe und ein Puppenstadium im Boden. Thrips palmi erzeugt zahlreiche Generationen pro Jahr.

Befallene Blätter zeigen Silberglanz dort, wo Luft  in ausgesaugte Zellen eindringen konnte. Wenn junge Pflanzenteile besaugt oder Eier abgelegt wurden, können gelegentlich auch Verkorkungen entstehen. In der Umgebung von Fraßstellen sind regelmäßig Kottröpfchen zu finden. Die hier abgebildeten Schäden stammen zwar von einer anderen Thripsart, sehen aber genauso aus.

Verbreitung, Vorkommen
Die europäische Union gilt als befallsfrei von Thrips palmi. Hingegen ist dieser Quarantäneschadorganismus in Asien und Mittelamerika z. T. verbreitet.

Wirtspflanzen
Thrips palmi hat trotz seines Namens mit Palmen nichts zu tun, sondern befällt sehr viele verschiedene Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse, Nachtschattengewächse, Schmetterlingsblütler, Orchideen, Korbblütler, u.a.
Einzelne Thripse führen kaum zu Schäden, bei Massenbefall könnte es aber zu Problemen kommen - insbesondere, da diese Art zur Ausbildung von Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln neigt. Es besteht die Befürchtung, dass sich der Schädling nach einer Einschleppung unkontrolliert in Gewächshäusern ausbreiten könnte.

Wirtschaftliche Bedeutung
Thrips palmi kann Ausfälle bis 90 % an Gemüsekulturen verursachen, sowohl durch die direkte Saugschädigung, als auch durch die Übertragung verschiedener gefährlicher Tospoviren.

Weitere Informationen

http://www.fera.defra.gov.uk/plants/publications/documents/factsheets/thrips.pdf

http://www.eppo.org/QUARANTINE/insects/Thrips_palmi/THRIPL_ds.pdf

Risikoanalyse Thrips palmi

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