Bakterienfruchtfleckenkrankheit der Tomaten

(Xanthomonas vesicatoria)

Einleitung
Diese Bakteriose ist prinzipiell überall dort anzutreffen, wo Tomaten oder Paprika kultiviert werden. Schäden entstehen durch Ernteeinbußen aufgrund von Blattfall und bei Fruchtbefall durch die Unverkäuflichkeit der Früchte.

Schadorganismus
Die Bakterien können im Boden nicht lange überleben, aber sie überdauern in Unkräutern der Gattung Solanum (z. B. Solanum nigrum) und an infizierten Pflanzenrückständen. Die Bakterien werden durch verspritzende Wassertropfen verbreitet und dringen über die Stomata in die Pflanzen ein. An Früchten geschehen die Infektionen über Wunden (z. B. nach Insektenstichen, Rissen,...). Die Krankheit wird auch mit den Samen übertragen.

Symptome
Auf den Früchten bilden sich 3 bis 6 mm große, leicht erhabene braune Flecken mit rauer Oberfläche. Sie sind anfangs von einem gelben Hof umgeben. Bei Infektionen an Blättern zeigen sich zunächst an den Blattunterseiten dunkelgrüne, wässrige Punkte, aus denen sich bis zu 2 mm große, eingesunkene, runde oder unregelmäßige Flecken bilden. Diese verfärben sich grau oder braun und sind schließlich auch an den Blattoberseiten sichtbar. Bei starkem Befall wird das gesunde Gewebe, das sich zwischen den Infektionsstellen befindet, abgetötet und bricht aus den Blättern heraus.

Wirtspflanzen
Neben Tomaten sind auch Paprika und Pfefferoni Wirtspflanzen dieses Bakteriums.

Verbreitung
Das Bakterium ist weltweit in tropischen und subtropischen Regionen mit moderaten oder höheren Niederschlägen verbreitet. Bevorzugt kommt es auch in Gewächshäusern vor.

Vorbeugung und Bekämpfung
Anbau von widerstandsfähigen Sorten. Einen Fruchtwechsel von mindestens 3 Jahren einhalten. Einsatz einer Tröpfchenbewässerung. Ausgeizen nur bei trockenem Wetter oder per Hand. Werden hierzu Messer verwendet, diese vor jedem Schnitt desinfizieren (am besten in 70%igem Alkohol für 1 Minute). Vorbeugende Behandlungen mit Kupferpräparaten dämmen den Befall ein.

 

 

Blattbefall (© G. Bedlan, Wien)
Fruchtbefall (© G. Bedlan, Wien)

Nachhaltige Pflanzenproduktion

Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
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Dienstort: Wien

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