Einleitung
Flavescence dorée ist eine Quarantänekrankheit, die durch zellwandlose Bakterien (Phytoplasmen) hervorgerufen wird und bei Weinreben zu Vergilbungen und Wachstumsstörungen führt. Es gibt verschiedene rebpathogene Phytoplasmen, doch nur das Grapevine flavescence dorée phytoplasma MLO ist als Quarantäneschaderreger in der EU-Richtlinie 2000/29/EU, Annex II gelistet. Der Vektor , die amerikanische Rebzikade , wurde erstmals 2004 in der Südoststeiermark gefunden. Im Rahmen des AGES-Monitorings 2009 wurde in einem abgegrenzten Gebiet der Südoststeiermark der erste Krankheitsausbruch in einigen Rebanlagen und an Waldreben festgestellt. In diesem Befallsgebiet konnten die Krankheit trotz durchgeführter Rodungsmaßnahmen auch im Jahr 2010 wieder an mehreren Rebstöcke und Waldreben nachgewiesen werden.
2010 kam es zu einem weiteren, lokal begrenzeten Auftreten dieser Krankheit an Reben und an Waldreben im südsteirischen Weinbaugebiet.
Flavescence dorée wird durch die Amerikanische Rebzikade von Weinrebe zu Weinrebe übertragen. Der Schaderreger kann auch durch latent infiziertes Pflanzmaterial verbreitet werden. Die epidemische Verbreitung und die erheblichen Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen (Rodung der Reben, zusätzlicher Insektizid-Einsatz, indirekte Schäden durch Ertragsausfall bzw. Zusatzkosten für Neuauspflanzungen) begründen die hohe ökonomische Relevanz dieser Krankheit für den Weinbau. Um das Risiko einer möglichen Einschleppung und Etablierung der Krankheit in Österreich abzuschätzen, wurde an der AGES, Institut für Pflanzengesundheit, eine Risikoanalyse (pest risk analysis) durchgeführt und Präventions- und Notfallpläne zur Bekämpfung dieser Krankheit erarbeitet.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit