Honigmonitoring

Gibt es nach der Anwendung streptomycinhaltiger Pflanzenschutzmittel Rückstände im Honig?


Wann werden streptomycinhaltige Pflanzenschutzmittel eingesetzt?
Da der Feuerbranderreger sich während der Blütezeit der Kernobstbäume auf den Blüten ansiedelt, müssen Bekämpfungsmaßnahmen zu dieser Zeit durchgeführt werden. Nur dadurch kann eine Erkrankung infizierter Blüten verhindert werden.

Gibt es nach der Anwendung streptomycinhaltiger Pflanzenschutzmittel Rückstände im Honig?
Um eine Wirkung gegen Blüteninfektionen durch Feuerbrand zu erzielen, ist die Anwendung eines zugelassenen Pflanzenschutzmittels während der Blütezeit erforderlich. Zu dieser Zeit können auch Bienen behandelte Blüten besuchen. Damit kann im Einzelfall nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass in den Anwendungsgebieten geringste Spuren des Präparates in den Blütennektar - und damit auch in den Obstblütenhonig - gelangen.
Um jedes Risiko für den Konsumenten auszuschließen, wird der Honig aus einem Anwendungsgebiet eines streptomycinhaltigen Pflanzenschutzmittels vor seiner Vermarktung einer aufwändigen Rückstandsuntersuchung in einem akkreditierten Labor unterzogen. Sollte dabei eine Rückstandsbelastung gemessen werden, wird dieser Honig nicht vermarktet sondern entsorgt. Damit ist sichergestellt, dass nur unbelasteter Honig in Verkehr kommt.

Woher wissen die Imker, wo ein streptomycinhaltiges Präparat angewendet wird?
Bereits vor der Anwendung muss jeder Obstbauer den exakten Ort der geplanten Anwendung den Landesbehörden bekannt geben. Ebenso ist jede Anwendung zu melden. Beide Angaben werden über entsprechende Karten im Internet öffentlich zugänglich gemacht.
Aus einem Vergleich dieser Daten mit den genauen Angaben zum Standort der Bienenstände kann ein Imker feststellen, ob seine Bienen in einem geplanten bzw. tatsächlichen Anwendungsgebiet stehen.

Wie stellt die Behörde fest, ob Honig aus einem bestimmten Gebiet zu untersuchen ist?
Durch den Datenabgleich der Anwendungsmeldungen der Obstbauern und der Standortmeldungen der Bienenvölker können möglicherweise gefährdete Bienenstände erfasst werden. Der geschleuderte Honig dieser Bienenstände wird dann im Bedarfsfall auf mögliche Rückstände untersucht.


Rückfragehinweis:

AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Institut für Bienenkunde
Dr. Rudolf Moosbeckhofer
E-Mail: rudolf.moosbeckhofer@ages.at

Saat- und Pflanzgut, Phytosanit

Institut: Saat- und Pflanzgut, Phytosanit
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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