Turcicum-Blattfleckenkrankheit des Mais’ (Setosphaeria turcica)

- Beginnender Blattfleckenbefall an Maisblatt (© G. Bedlan, Wien)
Einleitung
Die Turcicum-Blattfleckenkrankheit des Mais tritt in Österreich vor allem in den südlichen und südöstlichen Maisanbaugebieten auf. Im nieder- und oberösterreichischen Alpenvorland ist feucht-warmer Witterung ebenfalls ein starker Befall möglich. Im pannonischen Gebiet kommt diese Krankheit jedoch selten vor. Durch den Blattbefall wird die Assimiliationsfläche verringert und damit die Stärkeeinlagerung und die Kornausbildung gestört. Erfolgen Infektionen zur Zeit der Blüte können sich die Kornerträge bis zu 30% verringern. Bei späten Infektionen bzw. sporadischen Auftreten sind die Ertragseinbußen sehr gering. Die Qualität der Maiskörner hingegen ist jedenfalls nicht beeinträchtigt.
Schadorganismus
Die Turcicum-Blattfleckenkrankheit des Mais wird durch den Pilz Setospaheria turcica (=Helminthosporium turcicum, Exserophilum turcicum, Bipolaris turcica, Drechslera turcica) verursacht. Die olivgrauen Konidien sind ca. 20 x 105 µ groß, drei- bis acht mal septiert, spindelförmig und keimen an beiden Enden. Die ersten Infektionen gehen von Myzel und den Konidien aus, die an befallenen Pflanzenresten im Boden oder an der Bodenoberfläche überwintert haben. Die weitere Übertragung der Krankheit erfolgt mittels Sporen (Konidien), die mit dem Wind verfrachtet werden. Die optimalen Bedingungen für eine Sporenbildung und –keimung und damit für Infektionen sind Temperaturen zwischen 18 und 27 °C und hohe Luftfeuchtigkeit, z. B. auch Taubelag. Bei für den Pilz optimalen Witterungsbedingungen kann es zu einer explosionsartigen Vermehrung kommen und ganze Felder sehr rasch durchseucht sein.
Symptome
Die Symptome der Turcicum-Blattfleckenkrankheit sind lange, schmale, zunächst wässrig durchscheinende und schließlich braune Flecken auf den Blättern. Zunächst bemerkt man nur einzelne Flecken auf den unteren Blättern. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden auch die oberen Blattetagen befallen. Bei starkem Befall breitet sich der Pilz über die gesamten Blattflächen aus und kann eine Notreife auslösen. Stark befallene Maisbestände sehen schon von weitem schmutzig-grau aus, als wären sie durch Frost geschädigt worden.
Wirtspflanzen
Setospaheria turcica befällt Pflanzen der Familie der Süßgräser (Poaceae) und da vor allem Mais, Sorghum, Johnsongras und Sudangras.
Verbreitung
Setospaheria turcica ist an seinen Wirtspflanzen weltweit verbreitet.
Vorbeugung und Bekämpfung
Maisstroh und -stoppeln sorgfältig in den Boden einarbeiten, damit das Infektionspotenzial verringert wird. Der Anbau weniger anfälliger Sorten ist wohl am wirksamsten.
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
Autor/Autorin kontaktieren
Weitere Artikel des Autors / der Autorin
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit