Maiszünsler (Ostrinia nubilalis)

Einleitung
Der Maiszünsler ist ein wichtiger Schädling im Feld- bzw. Feldgemüsebau, insbesondere an Mais.

Schadorganismus
Der Maiszünsler ist ein kleiner Schmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae), der an Mais, daneben auch an Hanf, Hirse, Beifuss und sogar an Paprika leben kann. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 28-30 mm. Ihre Vorderflügel sind gelblich und weisen mehrere schattenhafte Zackenbinden auf. Männliche Falter sind dunkler gefärbt als weibliche. Die Überwinterung erfolgt als Raupe in einem selbstgesponnenen Kokon in den Resten von Maisstroh. Mit dem Ansteigen der Temperaturen im Frühjahr häutet sie sich zu einer dunkelbraunen, etwa 17 mm messenden Mumienpuppe. Etwa 14 Tage später schlüpft ab Anfang Juni der fertig entwickelte Falter. Seine Flugperiode kann bis Ende August andauern, wobei der Flughöhepunkt im Juli liegt. In Mitteleuropa entwickelt der Maiszünsler meistens nur eine Generation pro Jahr. In warmen Jahren läuft die Entwicklung jedoch rascher ab, sodass noch im Sommer die Falter einer zweiten Generation schlüpfen. Die Falter sind nachtaktiv und legen ihre Eier nach der Paarung dachziegelartig überlappend in Gruppen von 15 bis 35 Stück ab. Das einzelne Ei ist schildförmig, etwa 1 mm groß und weißlich durchscheinend. Es wird an den Unterseiten höher gelegener Blätter der Wirtspflanzen „angeklebt“. Die meisten Eier werden im Juli abgelegt. Etwa 1 Woche später schlüpfen die Räupchen und bohren sich rasch in Blattadern und Blattachseln ein. Später minieren sie in den Stängeln, häufig in der Basis männlicher Blüten (Fahnen) und in Maiskolben. Ältere Raupen sind dunkelbraun bis blassrot mit schwarzem Kopf, bräunlichem Nackenschild und 6 dunkelbraunen Warzen auf jedem Segment - sie werden bis zu 20 mm lang. Wenn die Räupchen ihr Wachstum beendet haben, so nagen sie in das Stängelmark von Maispflanzen eine kleine Kammer, in der sie den Rest der Saison verbringen und schließlich überwintern. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die an Beifuss und anderen Wildpflanzen lebenden Tiere einer anderen Rasse angehören, als die an Mais und Paprika lebenden und sich auch in der Zusammensetzung ihrer Pheromone unterscheiden. Es treten langjährige Gradationszyklen auf, für die parasitische Sporentierchen aus der Gruppe der Mikrosporidien verantwortlich sein sollen.
An Paprika sieht die Entwicklung geringfügig anders aus: hier legt der Maiszünsler seine Eier erst ab Anfang August vorzugsweise in die Nähe junger Früchte. Man vermutet, dass es sich dabei um Nachzügler der ersten Generation oder um die Falter einer zweiten Generation handelt. Wahrscheinlich wandern diese Tiere von den im Hochsommer immer härter und schließlich abtrocknenden Maispflanzen zu den noch grünen Paprikakulturen über. Die Räupchen bohren sich in den Spalt zwischen Kelch und Frucht in den Paprika ein und fressen dann in den Paprikafrüchten.

Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4

Symptome
In Stängeln, Fahnen und Kolben von Mais sind bis zu 6 mm breite Bohrgänge samt Gespinsten und Kotkrümeln zu finden. Bei starkem Befall brechen oft die Triebspitzen (männliche Blüten, Fahnen) ab. In der Nähe der Stängelknoten werden häufig Bohrgänge mit austretendem Bohrmehl beobachtet. In Paprikafrüchten findet man Bohrmehl und Kotkrümel, die häufig in Fäulnis übergehen.

Abb. 5
Abb. 6

Wirtspflanzen
Der Maiszünsler ist vor allem an Mais, daneben aber auch beispielsweise an Hanf, Hirse, Hopfen, Beifuss und sogar an Paprika zu finden.

Verbreitung
Der Maiszünsler kommt heute weltweit vor, stammt aber aus Europa und ist hier weit verbreitet.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bilder: Abb.: 1, 4, 6   A. Kahrer/AGES, Wien
         Abb.: 2 H. Berger/AGES, Wien
         Abb.: 3 W. Dukat/AGES, Wien
         Abb.: 4 W. Faber/Ages, Wien





Nachhaltige Pflanzenproduktion

Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien

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