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Stewart’s Bakterienwelke des Mais’ (Pantoea stewartii f. sp. stewartii)

Lange chlorotische Streifen, unregelmäßig begrenzt als typische Blattsymptome (© A. J. Ullstrup/EPPO)

Einleitung
Pantoea stewartii
ssp. stewartii ist im Anhang II A I (b)3. des Pflanzenschutzgesetzes 1995, BGBl. Nr. 532/1995, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2005, als Schadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung bei Befall bestimmter Pflanzen in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist. Diese Bakteriose unterliegt der Meldepflicht gemäß § 40 Pflanzenschutzgesetz 1995 und ist beim Auftreten (bestätigt durch Laborbefund) dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes zu melden, welcher die erforderlichen Maßnahmen zur Tilgung, oder, falls dies nicht möglich ist, zur Eindämmung anordnet. Im Anhang IV A II des PSG 1995 sind Bedingungen angeführt, wie innerhalb der EU phytosanitär kontrollpflichtiges Saatgut verbracht werden darf.

Stewart’s Bakterienwelke des Mais, verursacht durch das Bakterium Pantoea stewartii ssp. stewartii, auch bekannt unter den Namen Stewart’s Krankheit oder Bakterienwelke des Mais, wurde erstmals in den USA und zwar auf Long Island 1897 nachgewiesen.

Große Ernteverluste gab es in den USA in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Seitdem kam es durch den Anbau immer mehr resistenterer Sorten nur zu sporadischen Auftreten.

Schadorganismus
Pantoea stewartii
subsp. stewartii (syn. Erwinia stewartii, Xanthomonas stewartii) ist ein unbewegliches, fakultativ anaerobes, gram-negatives, stabförmiges Bakterium in der Größe von 0,4 – 0,8 x 0,9 – 2,2 µm. Die Bakterien erzeugen extrazelluläre Polysaccharide, die verantwortlich für die wasserdurchsogen aussehenden Läsionen auf den Pflanzenoberflächen und die Verstopfung der Gefäße des Xylems verantwortlich sind. An Schnittflächen von auseinander geschnittenen Stängeln infizierter Pflanzen und an verletzten Stellen infizierter Blätter treten die Bakterien in Form gelber Schleimtropfen aus.International wird die Krankheit prinzipiell in oder an infiziertem Saatgut übertragen und verbreitet.

Symptome
Die lokale Übertragung der Krankheit erfolgt durch Insekten als Vektoren, die über die Fraßvorgänge an den Pflanzen die Bakterien in diese übertragen. In Nordamerika dient v. a. Chaetocnema pulicaria als Vektor (ein Getreideerdfloh), weiters noch Diabrotica longicornis und Phorbia cilicrura. Die Käfer überwintern als Adulte und in ihren Verdauungstrakten die Bakterien.Infizierte Jungpflanzen welken schnell und sterben ab. Auf den Blättern entstehen gelbe bis braune, längliche Streifen. Im Stängel bilden sich kleine Hohlräume, die bräunlich bis dunkelbraun gefärbt sind. Beim Drücken angeschnittener Stängel tritt Bakterienschleim aus diesen aus.Bei Zuckermais welken anfällige Hybridsorten sehr schnell und zeigen auch die typischen Blattsymptome.Bei Körnermais sind die Hybridsorten generell resistent gegenüber der Welkephase, aber anfällig gegenüber der Blattwelke.Die Bakterien dringen tief in Samen ein, nicht jedoch in den Embryo.

Wirtspflanzen
Der Hauptwirt von Pantoea stewartii ssp. stewartii ist Mais, ganz besonders Süßmais-Sorten. Es werden aber auch Gräser (Poaceae) befallen, die in Nordamerika hauptsächlich für Futterzwecke angebaut werden, z. B. Tripsacum dactyloides, Setaria lutescens und Zea mexicana. Künstlich infiziert konnten auch Coix lachryma-jobi, Setaria pumila und Zea perennis werden. Verschiedene Ungräser aus der Familie der Poaceae sind symptomlose Wirtspflanzen von Pantoea stewartii ssp. stewartii.

Verbreitung
Diese Maiskrankheit wurde auch in Brasilien, Canada, China, Costa Rica, Malaysia, Mexiko, Puerto Rico, Italien, Guyana, Peru, Polen, in der früheren Sowjetunion, Rumänien, Thailand und Vietnam nachgewiesen. Berichte über positive Nachweise gibt es auch aus Griechenland und Österreich.

Vorbeugung und Bekämpfung
Gesundes Saatgut verwenden. In den USA wird für wintermilde Anbaugebiete, in denen möglichst viele Überträger des Bakteriums überwintern können, die Verwendung resistenter Hybrid-Sorten angeraten. Maßnahmen mit Insektiziden gegen die Überträger werden ebenfalls empfohlen (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).

Verbreitung von Pantoea stewartii ssp. stewartii (© EPPO)

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