Falscher Mehltau an Wintermohn (Peronospora arborescens)

- Befall an ausreifender Pflanze (© G. Bedlan/AGES, Wien)
Einleitung
Die Hauptanbaugebiete für die Produktion von Mohnsamen und für den pharmazeutischen Bedarf von Mohn sind Asien, Türkei, die Balkan- und Mittelmeerländer, Tschechien, Polen und Russland. In Österreich werden ca. 1000 ha Mohn angebaut. Der Durchschnittsertrag liegt etwa bei 1000 kg/ha. Die am häufigsten angebaute Wintermohn-Sorte ist Zeno. Es ist ein violett blühender Schließmohn mit blaugrauer Samenfarbe. Bei feuchter und kühler Witterung ist stets mit einem Auftreten des Falschen Mehltaus zu rechnen. Zwischen 10 und 20% der Jungpflanzen können befallen werden. Mindererträge sind die Folge.
Schadorganismus
Erreger des Falschen Mehltaus an Mohn ist Peronospora arborescens (Berkeley) De Bary. Die aus den Stomata herausragenden Konidienträger sind zwischen 300 und 850 µ lang und etwa 12 µ dick. Die Konidienträger verzweigen sich erst ab dem obersten Drittel. Die Konidien sind hyalin, fast kugelig und 18 x 24 bis 14 x 18 µ groß. Zur Überdauerung des Erregers werden Oosporen gebildet. Sie sind kugelig und dunkelbraun gefärbt. Ihr Durchmesser beträgt ca. 36 – 46 µ, die Wand der Oosporen ist ca. 3 - 11 µ dick. Australische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Oosporen im Boden mehrere Monate überleben können. Weitere Untersuchungen zeigten jedoch, dass Mohnjungpflanzen, die in Erde gezogen wurden, welche Oosporen und abgestorbenes Pflanzenmaterial von infizierten Mohnpflanzen enthielt, nicht infiziert wurden. Hierbei stellt sich nun die Frage, welche Rolle die Oosporen für die Verbreitung der Krankheit spielen, beziehungsweise unter welchen Bedingungen eine erfolgreiche Infektion erfolgen kann.
Symptome
Die ersten Symptome sind gelbliche Aufhellungen auf den Blattoberseiten, teilweise ist die gesamte Pflanze gelb verfärbt. Diese Flecken sind zwischen 0,5 und 4 cm groß. Die infizierten Gewebe sind häufig verkräuselt, aufgewölbt oder verdickt. Befallene Jungpflanzen fallen in den Beständen durch ihre fahlen oder bereits gelblich-weißen Blätter auf. Sie bleiben im Wachstum zurück und können auch ganz absterben. Befallene Blütenstiele drehen sich ein, ebenso können die Knospen bzw. die Kelchblätter befallen werden. Solche Pflanzen sterben ab. Werden die Kapseln befallen, kommt es in Folge auch zu einer Infektion der Samen. Auf allen befallenen Pflanzenteilen ist der, vor allem bei feuchter Witterung rasch gebildete, typische, zu Beginn weißliche, später grauviolette, Sporenrasen zu sehen.
Wirtspflanzen
Papaver alpinum, P. dubium, P. caucasicum, P. nudicaule, P. rhoeas, P. somniferum, P. setigerum und Mecomopsis spp.
Verbreitung
Peronospora arborescens kommt in Algerien, Ägypten, Afghanistan, Aserbeidschan, Indien, im Irak, Japan, Türkei, Pakistan, Australien, Argentinien und in Europa weit verbreitet vor.
Vorbeugung und Bekämpfung
Eine mehr als dreijährige Fruchtfolge einhalten, um Infektionen, die durch Oosporen über den Boden ausgehen, zu vermeiden. Derzeit ist noch nicht geklärt, wie lange die Oosporen überdauern können. Da das Pathogen auch samenübertragbar ist, auf möglichst befallsfreies Saatgut achten. Bei starkem Befall Einsatz von Fungiziden. Da die Bekämpfung der Falschen Mehltaupilze meist schwierig ist, versucht man in Australien das Warndienstprogramm „DOWNCAST“, das zur Prognose des Falschen Mehltaus an Zwiebeln entwickelt wurde, für den Mohn zu adaptieren. Es bleibt jedoch zu erheben, wie sich unterschiedliche Befallsstärken und -häufigkeiten auf die Erträge auswirken und zu welchen Zeitpunkten Fungizidbehandlungen notwendig bzw. wirtschaftlich sind.

- Befall an Jungpflanzen (© G. Bedlan/ AGES, Wien)

- Sporangienrasen auf der Blattunterseite (© G. Bedlan/AGES, Wien)

- Befall an Blütenstängel (© G. Bedlan/AGES, Wien)
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