Empfehlungen der AGES betreffend amtliche Maßnahmen beim Auftreten von Xanthomonas fragariae  Kennedy et King Eckige Blattfleckenkrankheit der Erdbeere

GESETZLICHE REGELUNG

Xanthomonas fragariae ist im Anhang II A II (b)10. des PSG 2011 idgF. als Schadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung bei Befall bestimmter Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist.

Dieses Bakterium unterliegt der Meldepflicht gemäß § 40 des PSG 2011 idgF. und ist beim Auftreten (bestätigt durch Laborbefund) dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes zu melden, welcher die erforderlichen Maßnahmen zur Tilgung, oder, falls dies nicht möglich ist, zur Eindämmung anordnet.

INFORMATION ÜBER XANTHOMONAS FRAGARIAE

Biologie, Schadbild

Primärinfektionen gehen im Frühjahr von alten Blättern bzw. dem Kronenbereich befallener Pflanzen aus. Die Infektion junger Blätter erfolgt meist durch Tröpfchen bei Regen bzw. Überkronenberegnung. Die in den Tropfen enthaltenen Bakterien dringen über die Spaltöffnungen in das Blatt ein. Bei günstigen klimatischen Bedingungen sind mehrere Zyklen der Krankheit möglich. Neben Blättern können auch Blüten befallen werden.

Typische Symptome von Xanthomonas fragariae sind:

  • blattunterseits: 1-4 mm große, eckige, von den Blattadern umgrenzte, wässrige Flecken, die bei Gegenlicht durchscheinend, bei Auflicht schwarz erscheinen
  • Ausbreitung der Symptome entlang der Blattadern
  • bei hoher Luftfeuchtigkeit bzw. Niederschlägen: blattunterseits cremefarbener bis gelber, später braun werdender Bakterienschleim möglich
  • Großflächiges Absterben des Blattgewebes, rotbraune Blätter
  • Auf Kelchblättern: Verbräunung bei äußerlich gesunden Früchten

Verbreitung

Die wichtigste Form der Verbreitung ist der Verkauf infizierten Pflanzguts. Kommt die Krankheit zum Ausbruch erfolgt die Verbreitung am Feld durch den aus den Blättern austretendem Bakterienschleim, der über Wind/Regen, Geräte, Kleidung, Hände (bei der Pflücke), etc. übertragen wird.

Wirtspflanzen

Natürliche Infektionen von Xanthomonas fragariae wurden bislang nur an Erdbeere (verschiedene Fragaria-Arten) nachgewiesen. Verschiedene Fingerkrautarten (Potentilla fruticosa und Potentilla glandulosa) zeigten nach künstlicher Infektion Symptome.

Vorkommen, wirtschaftliche Bedeutung

Vorkommen weltweit. In Europa tritt Xanthomonas fragariae  lokal in Österreich, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweiz und Deutschland auf. Vorkommen auch in Israel.

Der Erreger wird bei der Vermehrung von der Mutterpflanze in die Jungpflanzen übertragen und ist deshalb von phytosanitärer Bedeutung. Im Fruchtanbau stellt Xanthomonas jedoch keine Bedrohung für das befallene Feld dar. Er führt zu einer Reduktion der Blattfläche und u. U. auch zu einem geringeren Ertrag. Bei starkem Befallsdruck können mit der Infektionen der Kelchblätter Qualitätseinbußen gegeben sein. Bei Einhaltung der Präventivmaßnahmen hinsichtlich Bewässerung ist jedoch der wirtschaftliche Schaden im Fruchtanbau i.a. gering.

BEKÄMPFUNGSMAßNAHMEN

Präventivmaßnahmen

Maßnahmen bei Verdacht (soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

Notmaßnahmen bei bestätigtem Verdacht (soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

KONTAKT

Fachliche Beratung

DI Robert Steffek, Tel. 050 555-33341,robert.steffek@ages.at

Allgemeine Anfragen: Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst

Ing. Elisabeth Jägersberger,Tel. 050 555-33301, elisabeth.jaegersberger@ages.at

Dr. Barbara Langbauer,Tel. 050 555-33309, barbara.langbauer@ages.at

Ing. Elisabeth Ottendorfer,Tel. 050 555-33302, elisabeth.ottendorfer@ages.at

 

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