Empfehlungen der AGES betreffend amtliche Maßnahmen beim Auftreten von Viruskrankheiten der Erdbeere

Strawberry crinkle virus (SCrV), Strawberry mild yellow edge virus (SMYE), Raspberry ringspot virus (RRSV), Tomato black ring virus (TBRV), Arabis mosaic virus (ARMV), Strawberry latent ringspot virus (SLRSV)

GESETZLICHE REGELUNG

Die angegebenen Viruserkrankungen der Erdbeere sind im Anhang II A II (d)1., (d)9., (d)11., (d)12., (d)13. und (d)14. des PSG 2011 idgF. zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2005, als Schadorganismen gelistet, deren Einschleppung und Ausbreitung bei Befall bestimmter Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist.

Diese Viren unterliegen der Meldepflicht gemäß § 40 PSG 2011 idgF. und sind beim Auftreten (bestätigt durch Laborbefund) dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes zu melden, welcher die erforderlichen Maßnahmen zur Tilgung, oder, falls dies nicht möglich ist, zur Eindämmung anordnet.

INFORMATION ZU DEN SCHADERREGERN

Biologie, Schadbild

Die durch Viren verursachten Symptome an Erdbeeren können variieren und sind stark von der Aggressivität des jeweiligen Virusstamms und der Anfälligkeit der verwendeten Erdbeersorte abhängig. Mischinfektionen mit anderen Viren können die Symptomausprägung verstärken bzw. verändern. Einige Viren treten latent auf (z.B. Strawberry latent ringspot virus), bei anderen (z.B. bei Strawberry mild yellow edge virus) werden Symptome erst bei Infektion mit einem anderen Virus sichtbar. Weiters sind die Symptome auch von der Jahreszeit bzw. der Temperatur und vom Abstand zwischen Infektion und Inspektion abhängig. Eine genaue Zuordnung der visuell sichtbaren Symptome auf ein einzelnes Virus ist daher nicht möglich. Stattdessen sollte auf allgemeine Virussymptome geachtet werden. Im Verdachtsfall ist eine Laboruntersuchung unerlässlich.

Virussymptome

  • Anomalien des Chlorophyllapparates (z.B. Mosaike, Ringflecken, Vergilbungen, Adernaufhellung, usw.) bzw. Nekrosen
  • Formveränderungen, z.B. Rollen, Kräuseln der Blätter, Reduktion der Blattfläche oder Gewebewucherungen (Enationen [blattähnliche Ausstülpungen]), Sprossdeformationen, Fruchtdeformation oder -verhärtung
  • Wachstumshemmungen, z.B. Zwergwuchs

Verbreitung

Strawberry crinkle virus (SCrV) und Strawberry mild yellow edge virus (SMYE) werden durch die an Erdbeeren auftretende Blattlausart Chaetosiphon fragaefolii übertragen.

Strawberry latent ringspot virus (SLRSV), Raspberry ringspot virus (RRSV), Tomato black ring virus (TBRV) und Arabis mosaic virus (ARMV) sind Nepoviren. Sie werden durch Bodennematoden der Arten Longidorus sp. und Xiphinema sp. übertragen. 

Wirtspflanzen

Vorkommen, wirtschaftliche Bedeutung

Die oben genannten Viren sind in Europa weit verbreitet. Während Strawberry latent ringspot virus und Tomato black ring virus nur geringen Schaden verursachen und von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung sind, schwächen Infektionen durch Raspberry ringspot virus, Arabis mosaic virus und v.a. Strawberry crinkle virus die Entwicklung der Pflanzen. Sie führen vor allem bei Mischinfektionen zu hohen Ertragseinbußen und können bei manchen Sorten erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Strawberry mild yellow edge virus ruft nur bei Mischinfektionen Schäden hervor.

Allerdings ist aufgrund der Anforderungen in der Erdbeerzertifizierung und der heute üblichen Meristemvermehrung bei der Produktion der Elitepflanzen die praktische Bedeutung von Viruserkrankungen bei Erdbeeren in den letzten Jahrzehnten stark gesunken.

BEKÄMPFUNGSMAßNAHMEN

Präventivmaßnahmen

Maßnahmen bei Verdacht (bis zum Vorliegen des Laborbefundes und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

Maßnahmen bei bestätigtem Verdacht (positiver Laborbefund und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

KONTAKT

Fachliche Beratung

DI Robert Steffek, Tel. 050 555-33341,robert.steffek@ages.at

Allgemeine Anfragen: Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst

Ing. Elisabeth Jägersberger,Tel. 050 555-33301, elisabeth.jaegersberger@ages.at

Dr. Barbara Langbauer,Tel. 050 555-33309, barbara.langbauer@ages.at

Ing. Elisabeth Ottendorfer,Tel. 050 555-33302, elisabeth.ottendorfer@ages.at

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