Empfehlungen der AGES betreffend amtliche Maßnahmen beim Auftreten von Puccinia horiana, Weißer Chrysanthemenrost
GESETZLICHE REGELUNG
Puccinia horiana ist im Anhang II A II (c) 9. des PSG 2011 idgF. als Schadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung bei Befall von Dendranthema in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist.
Dieser Pilz unterliegt der Meldepflicht gemäß § 40 PSG 2011 idgf. und ist beim Auftreten (bestätigt durch Laborbefund) dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes zu melden, welcher die erforderlichen Maßnahmen zur Tilgung, oder, falls dies nicht möglich ist, zur Eindämmung anordnet.
INFORMATIONEN ÜBER PUCCINIA HORIANA
Biologie, Schadbild
Puccinia horiana, der Erreger des Weißen Chrysanthemenrostes, zählt zu den nicht-wirtswechselnden Rostpilzen.
Die Sporen können bei günstigen Temperaturen (Optimum 17°C) und mindestens 5 Std. Blattnässe innerhalb von 2 Std. in das Blatt eindringen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 7 bis 10 Tage, doch bei Temperaturen über 30°C (kurzfristig) kann sie bis zu 8 Wochen betragen.
Erste Anzeichen für eine Infektion mit dem Weißen Chrysanthemenrost sind kleine, auf beiden Seiten des Blattes sichtbare, blassgrün bis gelb verfärbte Blattflecken. Mit Fortschreiten der Krankheit entwickeln sich an diesen Stellen auf den Blattunterseiten cremeweiße, manchmal wachsartig aussehende Pusteln.
Verbreitung
Die Verbreitung findet hauptsächlich durch den Handel mit Dendranthema-Stecklingen statt. Da die Sporen des Weißen Chrysanthemenrostes sehr empfindlich auf Trockenheit reagieren, kann eine Verbreitung durch den Wind über weitere Strecken nur während sehr nasser Witterungsperioden erfolgen.
Innerhalb eines Bestandes passieren Infektionen meist durch Wassertropfen, kontaminierte Erde, abgestorbene Blätter, Werkzeuge, Kleidung, Schuhe oder durch Kulturarbeiten.
Wirtspflanzen
Hauptwirt: Dendranthema grandiflorum
Natürliche Wirte: Chrysanthemum japonense, Ch. makinoi var. wakasaense, Ch. shiwogiku, Dendranthema boreale, Dendranthema japonicum
Vorkommen
Vorkommen weltweit. Puccinia horiana ist in weiten Teilen Europas (darunter auch Österreich) seit der Mitte der 60er Jahre verbreitet. Weiters tritt der Erreger in vielen Ländern Asiens, Südamerikas und Afrikas auf.
BEKÄMPFUNGSMAßNAHMEN
Präventivmaßnahmen
- Verwendung von gesundem Stecklingsmaterial
- sofortige Kontrolle von zugekauften Pflanzen auf Symptome beim Eintreffen im Betrieb
- regelmäßige Befallskontrollen während der Kultur
- um Blattnässe zu vermeiden
- nicht überkopf bewässern - - Taupunkt im Gewächshaus beachten
- übermäßige Stickstoffdüngung vermeiden
Maßnahmen bei Verdacht (bis zum Vorliegen des Laborbefundes und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)
- Probenahme und Einsendung von Pflanzen mit typischen Symptomen an ein Untersuchungslabor
- entfernen und schadloses Vernichten (z.B. verbrennen) erkrankter Pflanzen/Pflanzenteile, um eine weitere Verbreitung zu verhindern
- Ursprung des Befalls ermitteln (z.B. Zukauf)
- Aussetzen des Verkaufs von Pflanzen aus verdächtigen Pflanzenbeständen bzw. -lieferungen bis zum Vorliegen des Laborergebnisses
- ermitteln, ob bereits Pflanzen aus dieser Kultur weitergegeben worden sind
Maßnahmen bei bestätigtem Verdacht (positiver Laborbefund und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)
- entfernen und schadloses Vernichten aller Pflanzen/Pflanzenteile mit visuell sichtbaren Symptomen
- Behandlungen des verbleibenden Bestandes mit wirksamen, zugelassenen Pflanzenschutzmitteln Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel
KONTAKT
Fachliche Beratung
Astrid Plenk, Tel. 050 555, Dw 33331, astrid.plenk@ages.atrobert.steffek@ages.at
Allgemeine Anfragen: Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst
Ing. Elisabeth Jägersberger,Tel. 050 555-33301, elisabeth.jaegersberger@ages.at
Dr. Barbara Langbauer,Tel. 050 555-33309, barbara.langbauer@ages.at
Ing. Elisabeth Ottendorfer,Tel. 050 555-33302, elisabeth.ottendorfer@ages.at
Nachhaltige Pflanzenproduktion
Institut: Nachhaltige Pflanzenproduktion
Ort: 1220, Spargelfeldstrasse 191
Dienstort: Wien
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