Empfehlungen der AGES betreffend amtliche Maßnahmen beim Auftreten von Potato stolbur mycoplasm

GESETZLICHE REGELUNG

Potato stolbur mycoplasm ist im Anhang II A II (d)8. des PSG 2011 idgF. als Schadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung bei Befall von Pflanzen der Familie Solanaceae  in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist.

Diese Phytoplasmose unterliegt der Meldepflicht gemäß § 40 PSG 2011 idgF. und ist beim Auftreten (bestätigt durch Laborbefund) dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes zu melden, welcher die erforderlichen Maßnahmen zur Tilgung, oder, falls dies nicht möglich ist, zur Eindämmung anordnet.

INFORMATIONEN ÜBER POTATO STOLBUR MYCOPLASM

Biologie, Schadbild

Die Stolbur-Krankheit, auch Welkekrankheit genannt, wird durch Phytoplasmen hervorgerufen. Zunächst treten etwa 20 bis 30 Tage nach der Infektion in der Wipfelregion der Kartoffel Gelbverfärbungen der Blattränder auf, die zur Mitte hin fortschreiten und zu einem löffelartigen Einrollen der Blätter führen. Blätter und Triebe stehen steil aufrecht. Bei trockenem Wetter welken die Pflanzen binnen 1 bis 2 Wochen nach den ersten Symptomen und sterben ab. Parallel hierzu treten an den Wurzeln trockenfäuleartige Symptome auf, die an der Spitze beginnen. Bereits vorhandenen Knollen wird durch die Triebe Wasser entzogen ("Gummiknollenwelke").
Der Krankheitsverlauf ist witterungsabhängig: Er verlangsamt sich bei feuchtkühlem Wetter und kann dann auf Seitentriebe beschränkt bleiben. In den Blattachseln bilden sich in diesen Fällen blaurot gefärbte "Luftknollen" oder auch "Luftstolonen". Heiße und trockene Witterung fördern die Krankheit.

Übertragung

Als Hauptüberträger gelten Zikaden, vor allem die Macrosteles-Arten (Wanderzikaden), aber auch Hyalesthes (Glasflügelzikaden) sowie Euscelis plebejus (Kleezirpen) und Aphrodes bicinctus (Triftenerdzikade).

Als pflanzliche Überträger fungieren Kleeseide (Cuscuta trifolii), Flachsseide (Cuscuta epilinum) und Amerikanische Seide (Cuscuta campestris).

Nach bisherigen Kenntnissen überdauert die Stolbur-Krankheit nicht oder nur in unbedeutendem Umfang in der Knolle. Neuinfektionen erfolgen vor allem durch die Vektoren von krautigen Wirtspflanzen (Unkräutern).

Wirtspflanzen

Ackerwinde, Ackerdistel, Bilsenkraut, Blasenkirsche, Chrysantheme, Gemeines Kreuzkraut, Kohldistel, Weiß- und Schwedenklee, mehrere Tabakarten, Judenkirsche, Stechapfel, Tollkirsche u. v. m. (vor allem aus der Familie der Nachtschattengewächse [Solanaceae]), Wein, Kartoffel, Tomaten, Ackerbohne, Salat, Paprika, Kleeseide, Flachsseide, Amerikanische Seide.

Vorkommen, wirtschaftliche Bedeutung

Potato stolbur mycoplasm kommt in Mitteleuropa eher selten vor, hat jedoch in Ost- und Südeuropa örtlich größere Bedeutung. Wo die Welkekrankheit massiv auftritt, kommt es infolge vorzeitigen Staudensterbens zu beträchtlichen Ertragseinbußen. Knollen von erkrankten Stauden sind fadenkeimig, bilden schwache Triebe und neigen zur Knöllchensucht. Sie sollten daher nicht als Pflanzgut verwendet werden. Gummiknollen faulen im Lager.

BEKÄMPFUNGSMAßNAHME

Präventivmaßnahmen

Maßnahmen bei Verdacht (bis zum Vorliegen des Laborbefundes und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

Maßnahmen bei bestätigtem Verdacht (positiver Laborbefund und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

KONTAKT

Fachliche Beratung

Astrid Plenk, Tel. 050 555, Dw 33331, astrid.plenk@ages.at

Allgemeine Anfragen: Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst

Ing. Elisabeth Jägersberger,Tel. 050 555-33301, elisabeth.jaegersberger@ages.at

Dr. Barbara Langbauer,Tel. 050 555-33309, barbara.langbauer@ages.at

Ing. Elisabeth Ottendorfer,Tel. 050 555-33302, elisabeth.ottendorfer@ages.at

Seite empfehlen

Senden Sie den Link zur aktuellen Seite an einen E-Mail Empfänger:

(Sie müssen die *gekennzeichneten Felder ausfüllen!)