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Empfehlungen der AGES betreffend amtliche Maßnahmen beim Auftreten von Plum pox virus (PPV), Scharka-Krankheit

GESETZLICHE REGELUNG

Plum pox virus (PPV) ist im Anhang II A II (d)7. des PSG 2011 idgF. Schadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung bei Befall von Prunus-Pflanzen in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist.

Dieses Virus unterliegt der Meldepflicht gemäß § 40 PSG 2011 idgF. und ist beim Auftreten (bestätigt durch Laborbefund) dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes zu melden, welcher die erforderlichen Maßnahmen zur Tilgung, oder, falls dies nicht möglich ist, zur Eindämmung anordnet.

INFORMATION ÜBER DIE SHARKA-KRANKHEIT

Biologie, Schadbild

Die Ausprägung der Symptome ist abhängig von der Prunus-Art, Sorte, PPV-Stamm, Jahreszeit und Standort. Die systemische Durchseuchung eines Baumes kann mehrere Jahre dauern, bis dahin ist die Verteilung des Virus in der Pflanze u.U. sehr ungleichmäßig.

Typische Symptome der Scharka-Krankheit können an verschiedenen Teilen der Pflanze beobachtet werden:

an den Blättern:

  • chlorotische Flecken, Bänderungen oder Aufhellung der Blattadern
  • bei Pfirsich: Blattdeformationen möglich

Blattsymptome sind besonders deutlich im Frühjahr sichtbar. Abschwächung der Symptome durch hohe Temperaturen im Sommer.

an Früchten:

  • Früchte zeigen chlorotische Flecken oder Ringe
  • an Zwetschken und Marillen Fruchtdeformationen, darunter liegendes Fruchtfleisch ist oft bräunlich verfärbt
  • Neigung zur Gummibildung

am Stein:

  • Zwetschke und Marille: häufig ringförmige Aufhellungen sichtbar

Verbreitung

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch vegetative Vermehrung bzw. tierische Vektoren (Blattläuse).

Wirtspflanzen

Hauptwirte der in Österreich vorkommenden PPV- Stämme sind unter den holzigen Pflanzen fruchttragende Prunus - Arten: Marille (P. armeniaca), Pfirsich und Nektarine (P. persica), Zwetschke (P. domestica), Pflaume (P. salicina). Mandel (P. dulcis) kann infiziert werden, zeigt aber kaum Symptome. Wild vorkommende Prunus-Arten spielen als sekundäre Wirte eine große Rolle, da sie eine potentielle Infektionsquelle der Krankheit darstellen. Auch Ziergehölze der Gattung Prunus  können infiziert werden.

Vorkommen, wirtschaftliche Bedeutung

Plum pox virus ist in Europa weit verbreitet: Österreich, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Litauen, Luxemburg, Moldawien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Slowakei, Slowenien, Spanien, Türkei, Großbritannien, Ukraine, Serbien-Montenegro und Mazedonien.

Die Krankheit ist im Steinobstanbau von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Erheblicher Qualitätsverlust durch Fruchtdeformationen bzw. -verfärbungen und Geschmacksveränderungen sowie Ertragseinbußen bis zu 100% sind möglich.

BEKÄMPFUNGSMAßNAHMEN

Präventivmaßnahmen

  • Zukauf zertifizierten Pflanzguts
  • Untersuchung von Edelreisern bzw. Unterlagen auf latente Infektionen
  • kein Auspflanzen von Wirtspflanzen in Befallsgebieten
  • Verwendung toleranter oder resistenter Sorten
  • Vektorbehandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel
  • regelmäßige Befallskontrolle während der Kultur

Maßnahmen bei Verdacht (bis zum Vorliegen des Laborbefundes und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

  • Probenahme und Einsendung von Pflanzen bzw. Pflanzenteilen mit typischen Symptomen an ein Untersuchungslabor
  • Ermittlung des Befalls im gesamten Betrieb (benachbarte Anlagen und Wildpflanzen überprüfen)
  • Aussetzen des Verkaufs von Pflanzen aus verdächtigen Pflanzenbeständen bzw. -lieferungen bis zum Vorliegen des Laborergebnisses
  • Ursprung des Befalls eruieren (z.B. Zukauf,…)
  • Ermitteln, ob bereits Pflanzen aus dieser Kultur weitergegeben worden sind

Maßnahmen bei bestätigtem Verdacht (positiver Laborbefund und soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

  • Entfernen aller Pflanzen mit visuell sichtbaren Symptomen (es ist notwendig auch die Wurzelstöcke zu entfernen) und deren schadlose Vernichtung
  • Vermehrungsquartier zur Edelreiser- bzw. Unterlagenherstellung: Laboruntersuchung (Screening) des Vermehrungsquartiers auf Latentinfektionen
  • Reichen die gesetzten Maßnahmen nicht aus bzw. ist auch die nochmalige Laboruntersuchung (Screening) positiv, so sollte als einzige verbleibende Maßnahme die Anlage gerodet werden.
  • Unverzügliche Benachrichtigung der Eigentümer oder sonstiger Verfügungsberechtigter (z.B. Pächter) von benachbarten Grundstücken

KONTAKT

Fachliche Beratung

DI Ulrike Persen, Tel. 050 555, Dw 33342, ulrike.persen@ages.at

Allgemeine Anfragen: Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst

Ing. Elisabeth Jägersberger,Tel. 050 555-33301, elisabeth.jaegersberger@ages.at

Dr. Barbara Langbauer,Tel. 050 555-33309, barbara.langbauer@ages.at

Ing. Elisabeth Ottendorfer,Tel. 050 555-33302, elisabeth.ottendorfer@ages.at

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