Empfehlungen der AGES betreffend amtliche Maßnahmen beim Auftreten von Pear decline mycoplasm (Birnenverfall)

GESETZLICHE REGELUNG

Pear decline phytoplasm ist im Anhang I A II (d)3. des PSG 2011 idgF. als Schadorganismus gelistet, dessen Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedstaaten verboten ist.

Diese Phytoplasmose unterliegt der Meldepflicht gemäß § 40 des PSG 2011 idgF. und ist beim Auftreten (bestätigt durch Laborbefund) dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes zu melden, welcher die erforderlichen Maßnahmen zur Tilgung, oder, falls dies nicht möglich ist, zur Eindämmung anordnet.

INFORMATION ÜBER DEN BIRNENVERFALL 

Biologie, Schadbild

Abhängig von der Anfälligkeit der verwendeten Unterlage und der Verbreitung und Bekämpfung der Vektoren unterscheidet man zwei Krankheitsformen

1. "Langsamer Birnenverfall"

Fortschreitende Schwächung des befallenen Baumes über einen längeren Zeitraum (Jahre)

Typische Symptome sind:

2. "Rascher Birnenverfall"

Vergilben und Welken der Blätter, verdorren der Triebe und Absterben des gesamten Baumes innerhalb weniger Tage/Wochen

In der EU ist der langsame Birnenverfall verbreitet. Rascher Verfall tritt v.a. bei den in Österreich nicht verbreiteten Unterlagen P. pyrifolia und P. ussuriensis auf.

Während der Wintermonate ist der Erreger vornehmlich in den Wurzeln zu finden. Im Frühjahr erfolgt eine Neubesiedlung von den Wurzeln ausgehend, im Spätsommer bzw. Frühherbst erreicht diese ihren Höhepunkt. Die Symptome sind auf krankhafte Veränderungen im Phloem der Leitbündel zurückzuführen, was als brauner Phloemring im Anschnitt sichtbar wird.

Verbreitung

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch vegetative Vermehrung bzw. tierische Vektoren (Blattflöhe: Cacopsylla pyricola, C. pyri, C. pyrisuga)

Wirtspflanzen

Der Hauptwirt ist die Birne (Pyrus spp.), der Erreger tritt aber auch auf Quitte (Cydonia spp.) auf.
Anfällige Kultursorten sind: Conference, Williams, Gellerts Butterbirne, Vereinsdechantsbirne, Gräfin von Paris.
weniger anfällig sind: Bosc's Flaschenbirne und Packhams Triumph.

Vorkommen, wirtschaftliche Bedeutung

Vorkommen in Europa: lokal nachgewiesen in Österreich, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Jugoslawien, Kroatien, Moldawien, Niederlande, Polen, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik; weit verbreitet in Deutschland, Italien, Schweiz

Die Krankheit ist im Birnenanbau von wirtschaftlicher Bedeutung. Erheblicher Qualitätsverlust durch die Reduktion der Fruchtgröße, Ertragseinbußen und ein vorzeitiges Absterben der Bäume sind die Folge.

BEKÄMPFUNGSMAßNAHMEN

Präventivmaßnahmen

Maßnahmen bei Verdacht (soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

Notmaßnahmen bei bestätigtem Verdacht (soweit vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst angeordnet)

KONTAKT

Fachliche Beratung

DI Robert Steffek, Tel. 050 555-33341, robert.steffek@ages.at

Allgemeine Anfragen: Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst

Ing. Elisabeth Jägersberger,Tel. 050 555-33301, elisabeth.jaegersberger@ages.at

Dr. Barbara Langbauer,Tel. 050 555-33309, barbara.langbauer@ages.at

Ing. Elisabeth Ottendorfer,Tel. 050 555-33302, elisabeth.ottendorfer@ages.at

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