Schadorganismus
Das Bakterium ist ein nicht frei bewegliches, gebogenes Stäbchen, das keine Sporen bildet. Die Bakterien können mit dem Saatgut übertragen werden, dem sie vornehmlich äußerlich anhaften. Untersuchungen ergaben, dass die Übertragung mit dem Saatgut nicht mehr als 1% beträgt. Verseuchte Samen haben jedoch als primäre Infektionsquellen die größte Bedeutung. Aus infizierten Tomatensamen wachsen kranke Sämlinge, von denen die Krankheit bei Kultur im geschützten Bereich wie auch im Freiland weiter verbreitet werden kann. Tritt aus den Pflanzen Bakterienschleim aus, wird die Krankheit in einem Pflanzenbestand hauptsächlich durch Wassertropfen (Regenfälle, Über-Kopf-Bewässerung) und Kulturarbeiten (Ausgeizen, Aufbinden und –wickeln, Pflanzenschutzbehandlungen, Erntemaßnahmen) und Aneinanderreiben von Pflanzen verbreitet. Die Bakterien dringen über die Spaltöffnungen oder sonstige natürliche Öffnungen (Hydathoden) der Pflanzen, aber auch über Haarfollikel, Wunden und Wurzeln in die Pflanzen ein. An den Früchten kann eine Infektion auch durch direkte Penetration geschehen. Die Tomatenpflanzen sind während ihrer gesamten Lebensdauer hoch anfällig gegenüber dieser Krankheit. In der Regel sind Jungpflanzen etwas anfälliger als ältere Pflanzen. Nach erfolgter Infektion folgt eine längere Latenzzeit bevor die ersten Symptome sichtbar werden. Die Bakterien befinden sich im Xylem der Pflanzen, wo sie auch toxische Glycopeptide bilden. Die Bakterien können längere Zeit in befallenem Pflanzenmaterial im Boden, an Gegenständen und an der Gewächshauskonstruktion überdauern. Das Bakterium selbst kann jedoch nur sehr kurze Zeit im Boden überleben. Die Bakterien überleben auch an Unkräutern (z. B. Solanum nigrum und anderen Solanum-Arten). In den Nährlösungen hydroponischer Kulturen können die Bakterien mehrere Monate am Leben bleiben. An Saatgut überdauern die Bakterien in der Regel bis zu 8 Monaten
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