Vorbeugung und Bekämpfung
Der Citrusbockkäfer hat als Einwanderer in Europa praktisch keine natürlichen Feinde, weshalb für eine erfolgreiche Bekämpfung das frühzeitige Erkennen sehr wichtig ist. Aufgrund ihrer vorwiegend versteckten Lebensweise ist aber sowohl das Feststellen als auch die Bekämpfung der Käfer sehr schwierig. Der Einsatz von spezifischen Lockstoffen (= Pheromonen) würde das Auffinden erleichtern, doch gibt es derzeit noch keine funktionierenden Pheromone. Deshalb sind gezielte Kontrollen (siehe Kapitel "Kontrolle" unter
http://www.ages.at/uploads/media/Infoschrift_anoplophora_chinensis_NEU_2010.pdf)
als vorbeugende Maßnahmen unumgänglich.
Zur Bekämpfung des Citrusbockkäfers besteht derzeit in Österreich keine Möglichkeit mit chemischen Pflanzenschutzmitteln, da es keine Präparate mit einer Zulassung gegen Bockkäfer gibt. In Deutschland sind im Forst zwei Pflanzenschutzmittel aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide gegen Bockkäfer-Arten bzw. gegen blatt- und nadelfressende Käfer (ausgenommen Maikäfer) registriert.
In Italien werden befallene Bäume im Freiland gefällt und die Wurzeln ausgegraben und vernichtet. Wenn dies nicht möglich ist, werden die Wurzeln mit einem Herbizid abgetötet und das Wurzelsystem mit einem engmaschigen Drahtgitter abgedeckt, um ausschlüpfende Käfer zu fangen. Dies ist jedoch sehr aufwändig und bei dicht besiedelten Städten ist die Wirksamkeit aufgrund von Vandalismus (Zerstörung des Drahtgitters) eingeschränkt.
Biologische Bekämpfungsverfahren mit entomopathogenen Pilzen, Nematoden oder parasitischen Insekten befinden sich noch im Versuchsstadium.
Da es in Österreich zur Zeit keine geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Citrusbockkäfer gibt, ist bei Befall die Rodung dieser Bäume die einzig wirksame Maßnahme.
Bekämpfungsmaßnahmen werden von den zuständigen Amtlichen Pflanzenschutzdiensten in den Ländern angeordnet.
In der Europäischen Gemeinschaft ist der Citrusbockkäfer als Quarantäneschadorganismus gelistet und daher meldepflichtig!
Institut für Saat- und Pflanzgut, Phytosanität, Bienen
Institut: Institut für Saat- und Pflanzgut, Phytosanität, Bienen
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Dienstort: Wien
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