Verbreitung und Verbreitungswege
Ursprünglich stammt der Citrusbockkäfer aus Asien. In Europa wurde der Käfer erstmals in Zuge eines Surveys in Parabiago (30 km westlich von Mailand) im Jahr 2000 gemeldet. In der Folge organisierte der Pflanzenschutzdienst ein umfassendes Monitoring (visuelle Kontrolle von verdächtigen Bäumen) in 30 Gemeinden rund um Mailand. Nach einigen Jahren visueller Kontrollen in der Lombardei zeigte sich, dass der Befall durch den Citrusbockkäfer nicht auf nur auf Parabiago begrenzt war, sondern bereits ein Ausbreitungsgebiet von mehreren hundert Quadratkilometern umfasste.
In Europa ist bisher der einzige Ausbruch im Freiland bisher nur in Italien bekannt. Zahlreiche Meldungen kamen aber von anderen Staaten über befallenes Pflanzenmaterial, welches aus Asien nach Europa importiert wurde. Wie in Italien meldeten auch die Niederlande im Jahr 2000 erste Funde des Käfers. Im Rahmen von Routinekontrollen beanstandete der niederländische Pflanzenschutzdienst den Citrusbockkäfer auf importierten Bonsai aus China. 2003 erhielt die Universität Wageningen ein weiteres Exemplar eines privaten Gartenbesitzers, gefunden an einer Topfpflanze des Japanischen Ahorns (Acer japonicum) mit Herkunft China, importiert über ein Gartencenter.
Frankreich hatte 2003 erstmals den Citrusbockkäfer bei Soyon an importierten Bonsai gefunden, konnte aber eine Verschleppung durch sofortige Vernichtung der betroffenen Pflanzen verhindern. 2005 fand die britische Behörde in einer Baumschule in Hampshire auf 46.000 Fächerahorn-Pflanzen (Acer palmatum) aus China Exemplare des Citrusbockkäfers, 2006 in Southampton auf 41.000 Ahornpflanzen. 2006 meldete auch die Schweiz in einer Baumschule den Citrusbockkäfer an Fächerahorn (Acer palmatum) mit Ursprung China.
Im Jänner 2008 stieg die Anzahl der Meldungen in Europa rasant an: die Niederlande bestätigten an unterschiedlichen Orten Funde von Larven und Ausbohrlöchern in Ahornbäumen in einem öffentlichen Park und in drei Betrieben. Alle Pflanzen gingen vermutlich auf Importe aus China und Japan zurück.
Im Juni 2008 stellte auch Deutschland (Bayern und Nordrhein-Westfalen) einen Befall des Citrusbockkäfers an Fächerahornbäumen (Acer palmatum) fest. Die Topfpflanzen kamen aus den Niederlanden mit Ursprung in China und wurden über eine große Lebensmittelkette, sowie ein Gartencenter und eine Baumschule verkauft. In drei von vier Fällen waren es Kunden, die den Pflanzenschutzdienst über verdächtige Funde des Käfers informierten.
Ebenfalls im Juni 2008 meldete Großbritannien Vorkommen des Käfers auf der Kanalinsel Guernsey, an Fächerahorn (Acer palmatum) mit Herkunft Niederlande.
Im September 2008 bestätigte erneut Italien Funde von Anoplophora chinensis, diesmal jedoch nicht in der Lombardei, sondern in Rom an Ahorn und Rosskastanie.
Im November 2008 kam es zu einem erneuten Befall in Europa: In Litauen wurde der Käfer an verschiedenen Ziergehölzen mit Ursprung Japan entdeckt.

- Beanstandungsmeldungen in Europa seit dem Erstauftreten des Citrusbockkäfers, Stand: Februar 2009
Obwohl der Citrusbockkäfer v.a. in Südeuropa ein Risiko darstellt, ergaben niederländische Untersuchungen, dass auch für Mitteleuropa ein bedeutendes Einschleppungs- und Verbreitungsrisiko besteht. Er kann mit Bonsaipflanzen und Baumschulware ab einem Stammdurchmesser von zwei Zentimetern oder in Transportkisten und Containern verschleppt werden. Vor allem die in großen Mengen aus Asien importierte Ware stellt eine Gefahr dar.
Es sollte vor allem bedacht werden, dass ein Entwicklungszyklus unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas in der Regel zwei Jahre dauert und daher zwischen Einschleppung und Bemerken des Befalls erhebliche Zeit vergehen kann.
Institut für Saat- und Pflanzgut, Phytosanität, Bienen
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